Die Bad Homburger Inkasso GmbH (BHI) übernimmt das Forderungsmanagement der Stadtwerke Duisburg und der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG). Die beiden Tochtergesellschaften der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) hatten bis dato jeweils einen Dienstleister. Im Rahmen einer Ausschreibung gewann die BHI, ein Unternehmen der Sparkassen-Gruppe, diese nun für sich.
Marcus Wittig, Vorsitzender der DVV-Geschäftsführung, erläutert den Schritt: "Wir haben uns für das Instrument des Forderungsverkaufs entschieden. Dies sorgt für ein höheres Maß an Planbarkeit und mehr Transparenz. Aus Konzernsicht ist die künftige Bearbeitung aus einer Hand ein entscheidender Vorteil, um die Dienstleistersteuerung zu vereinfachen."
Prozesse sind identisch
Die Stadtwerke als Grundversorger haben mit Forderungsausfällen von Privatkunden zu kämpfen. Die DVG hingegen leidet unter der Last der Schwarzfahrer. Auch wenn die Menge der Vorgänge und die monetäre Höhe der Einnahmeverluste sicher nicht direkt vergleichbar sind, so ist der Handlungsbedarf im Forderungsmanagement bei beiden Konzern-Gesellschaften doch ähnlich: Es geht darum Massenverarbeitungsprozesse zu beherrschen und Rückflüsse zu realisieren.
Michael Hartmann, BHI-Vertriebsdirektor Firmenkunden, betont, dass die Bündel nicht alltäglich seien: "Neben der Zusammenarbeit bei künftig entstehenden Forderungen, ging es auch um die Übernahme von mehreren zehntausend Forderungen, die vorher bereits durch einen Mitbewerber bearbeitet worden sind." Künftig kauft die BHI die Forderungen der DVV aber an. Die Prozessschritte im Forderungsmanagement sind identisch unabhängig von Sparte. Der einzige Unterschied ist die festgesetzte Forderungshöhe von 60 Euro beim Erhöhten Beförderungsentgelt (EBE).
So entlasten Inkassounternehmen
Die BHI ist auf Massenprozesse beim Forderungsmanagement ausgerichtet, wodurch sie nach eigenen Angaben effizienter und kostengünstiger sei. So unterstützen Inkassounternehmen ihre Kunden beispielsweise bei der Adressrecherche von Verbrauchern, die den kommunalen Unternehmen unbekannt sind.
Zudem pflegen sie den Kontakt mit den säumigen Schuldnern auch außerhalb der gängigen Servicezeiten von Kundenzentren. Hierbei achten die darauf spezialisierten Unternehmen auf verschiedene Kommunikationswege, um die Verbraucher zu erreichen. Auch Automatismen finden sich wieder wie Erinnerungsnachrichten, dass eine Rate fällig sowie abgebucht wird. (gun)

