Im Januar hatten sich die Stadtwerke Pforzheim (SWP) von ihrem Geschäftsführerduo Roger Heidt (Vorsitz) und Thomas Engelhard getrennt. Als Grund wurde ein gestörtes Vertrauensverhältnis angegeben. Die Abberufung der SWP-Chefs hat nun ein juristisches Nachspiel. Laut einem Artikel des "Pforzheimer Kurier" haben Heidt und Engelhard nun dagegen eine Klage vor dem Landgericht Karlsruhe eingereicht. Das Verfahren soll sich laut einer Gerichtssprecherin noch in einem frühen Stadium befinden. Es seien noch keine Termine festgelegt, heißt es. Derzeit würden die Schriftsätze von der Gegenseite, sprich von der Stadt und den Stadtwerken Pforzheim, geprüft.
Die Stadtverwaltung wollte gegenüber der Regionalzeitung zu der jüngsten Entwicklung keine Stellungnahme abgeben, die Kläger waren für ein Statement nicht zu erreichen. Die beiden Ex-SWP-Chefs sollen den Aufsichtsrat im vergangenen Herbst erst Wochen nach dem Bekanntwerden über eine massive Ergebnisverschlechterung (statt der erwarteten rund zehn Mio. Euro wurde "nur noch" ein Überschuss von rund 4,2 Mio. Euro in Aussicht gestellt) informiert haben. Die Stadt Pforzheim musste wegen des Wegfalls der eingeplanten Dividende in Höhe von 6,5 Mio. Euro die Verabschiedung ihres mehrheitsfähigen Haushaltes auf Ende Januar verschieben.
Untersuchung der Wirtschaftsprüfer läuft noch
Mit der Aufarbeitung der Hintergründe der Millionenverluste im Telesales-Vertrieb und der anschließenden internen Kommunikation wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young beauftragt. Die Untersuchung ist aber offenbar noch nicht abgeschlossen, Ende April findet die nächste Aufsichtsratssitzung statt. Die SWP werden seit Ende Januar interimistisch vom ehemaligen Eins-Energie-Geschäftsführer Herbert Marquard geleitet. Laut dem erfahrenen Energiemanager sind die jüngsten Probleme der SWP vor allem "bilanzieller Natur". Das Unternehmen sei stabil und solide aufgestellt, so der SWP-Chef Ende Januar in einem Interview mit der Regionalpresse. (hoe)
