Die Stadtwerke Tübingen (SWT) planen Investitionen von 75 Mio. Euro in den Erneuerbaren-Ausbau. Das Bild zeigt den Solarpark Engstenberg der SWT im Landkreis Reutliingen.

Die Stadtwerke Tübingen (SWT) planen Investitionen von 75 Mio. Euro in den Erneuerbaren-Ausbau. Das Bild zeigt den Solarpark Engstenberg der SWT im Landkreis Reutliingen.

Bild: © Baltzer/SWT

Die Stadtwerke Tübingen (SWT) haben im Geschäftsjahr 2018 einen Jahresüberschuss von 2,7 Mio. Euro erzielt. Das entspricht zwar nur der Hälfte des Vorjahresergebnisses, der Rückgang ist aber im Wesentlichen auf positive Einmaleffekte im Jahr 2017 zurückzuführen. Der deutliche Antieg der Umsatzerlöse hängt vor allem mit einem höheren Strom- und Gasabsatz zusammen. Alllein die Stromlieferungen konnten um rund 33 Prozent gesteigert werden auf 1,53 Mrd kWh (Vorjahr: rund 1,15 Mrd. kWh). Die Lieferungen an Bahnstrom an private Unternehmen haben sich dabei mehr als verdoppelt von 336,2 Mio. kWh auf 757 Mio. kWh – in diesem Segment sind die SWT nach eigenen Angaben Marktführer.

Steigende Ökostromerzeugung

"Die Themen Energiewende, Klimaschutz, CO2-Einsparung und Mobilitätswende sind im letzten Jahr stärker denn je in den Fokus gerückt. Wir spüren das nicht nur im ÖPNV, sondern selbst im Bahnstromsektor steigt die Nachfrage nach klimaneutralem Bahnstrom", sagt SWT-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. Als Reaktion darauf bietet der Kommunalversorger künftig CO2-neutralen Bahnstrom an. Allgemein arbeite man in allen Stromsegmenten an ökologischen Weiterentwicklungen, heißt es in der Pressemitteilung. Die eigene Ökostromerzeugung konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr erneut erhöhen. Im Windkraftbereich stieg die Stromproduktion auf 138,2 Mio. kWh (Vorjahr: 132,1 Mio. kWh), bei der Photovoltaik auf 44,6 Mio. kWh (Vorjahr: 39,2 Mio. kWh).

75 Mio. Euro für Erneuerbaren-Offensive

Auf dem bisherigen Erneuerbaren-Engagement wollen sich die Tübinger indes nicht ausruhen. Bereits 2017 hatte man das Ziel erreicht, die Hälfte des Tübinger Stromverbrauchs mit selbst erzeugtem Ökostrom abzudecken. Nun wird die Latte ein Stück höher gelegt: Bis 2025 soll das eigene Erneuerbaren-Portfolio mit Gesamtinvestitionen von insgesamt 75 Mio. Euro so ausgebaut werden, dass 75 Prozent des Stromverbrauchs der Universitätsstadt damit bedient werden kann. Inklusive der Stromgewinnung aus der Kraft-Wärme-Kopplung entspräche das dann einer Abdeckung von rund 90 Prozent des Tübinger Strombedarfs oder rund 360 Mio. kWh. Die Schwerpunkte der Investitionen sollen im Bereich PV-Anlagen, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse liegen.

Insgesamt übernahmen die SWT im vergangenen Jahr Verluste aus defizitären Unternehmenssparten in Höhe von 12,5 Mio. Euro. Der Gesamtbeitrag der Stadtwerke Tübingen zum Haushalt der Universitätsstadt betrug mit Gewerbesteuer, Konzessionsabgaben, den Verlustübernahmen für Bäder, TüBus und Parkhäuser sowie mit der teilweisen Gewinnausschüttung des Vorjahresgewinnes rund 12,4 Mio. Euro. Insgesamt wurden 23,5 Mio. Euro investiert, vor allem in die Sanierung des Parkhauses Altstadt-Mitte sowie den Ausbau und die Modernisierung der Versorgungsnetze.

44 neue Ladepunkte bis Jahresende

Im Herbst wollen die SWT ihren ersten vollelektrischen Bus auf die Tübinger Straßen bringen. Bis Ende des Jahres soll zudem die jüngste Ausbau der E-Ladestationen in Tübingen und Umgebung abgeschlossen sein. Innerhalb der vergangenen 18 Monate wurden dann 44 neue Ladepunkte installiert. Potenzial für zusätzliche Ergebnisbeiträge sehen die SWT insbesondere in der Vermarktung von Regelenergie und in Dienstleistungen für die Strombedarfssteuerung. Ein weiteres Ziel ist der verstärkte Ausbau von Photovoltaik im städtischen Umfeld. (hoe)

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