Der Energiedienstleister im Land Bremen SWB hat 2019 ein sehr viel besseres Gesamtergebnis erreicht als im Vorjahr, das auch von einigen Sondereffekten geprägt war. Das Konzernjahresergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt 76,5 Mio. Euro und stieg damit um 36,2 Mio. Euro zum Vorjahr. Der Überschuss liegt bei rund 38,8 Mio. Euro. Es kletterte zum Vorjahr um 14,6 Mio. Euro nach oben, teilt die SWB AG mit.
Dafür wiederum sank der Umsatz auf 1.238,5 Mio. Euro. Er betrug im Vorjahr 1.315,7 Mio. Euro. Damit ist das Ergebnisniveau zwar gestiegen, liegt aber nicht ganz auf der zum Jahresbeginn geplanten Höhe. Die Ursachen liegen im leichten, witterungsbedingten Rückgang der abgesetzten Mengen sowie der Verfügbarkeit der Anlagen bei der Erzeugung und Entsorgung aus ungeplanten und wartungsbedingten Stillständen. Positiv wirkte sich die höhere Anforderung des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks aus.
Zuwächse bei den Privatkunden
Auch positive Auswirkungen finden sich in den Zuwächsen im Privatkundensegment. In der Heimatregion konnte die SWB neue Privatkunden im Marktanteil Strom oder Erdgas hinzugewinnen. Parallel dazu baute sie den Online-Vertrieb aus und erschuf neue Laufzeit-Produkte. Olaf Hermes, Vorstand Vertrieb, Personal und IT sagte in dem Kontext: "Das ist für einen Energieversorger mit großstädtischem Vertriebsgebiet im nationalen Vergleich ungewöhnlich im positiven Sinne."
In Bremen hat SWB Vertrieb einen Marktanteil von 81 Prozent in der Sparte Strom, in der Sparte Erdgas liegt er bei 75 Prozent (Vorjahr 77 Prozent). Im Vertriebsgebiet Bremerhaven hält der Vertrieb bei Erdgas weiterhin einen Marktanteil von 84 Prozent, in der Sparte Strom stieg es auf 88 Prozent (Vorjahr 86 Prozent) an.
Über 800 Mio. Euro Investitionen
Um die Versorgung zu sichern, wird die SWB wird in den kommenden vier Jahren über 800 Mio. Euro in die Versorgungsnetze und die Erzeugungsanlagen investieren. Parallel dazu soll am Standort Hastedt ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk entstehen und von dort eine Fernwärmeverbindungsleitung zum Müllheizkraftwerk Oken.
Die Realisierung beider Vorhaben ist Voraussetzung für eine mögliche Außerbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks in Hastedt: Zukünftig soll im Bremer Osten klimaschonende Fernwärme zum Einsatz kommen. Wie sie bereits im Müllheizkraftwerk Bremen aus der thermischen Verwertung von Abfällen und künftig im neuen Blockheizkraftwerk Hastedt erzeugt wird. In die beiden Großprojekte investiert das Unternehmen rund 200 Mio. Euro.
Auswirkungen von Corona sind spürbar
Aber bereits jetzt wirkt sich die Corona-Pandemie wirtschaftlich aus. Es wurden unterschiedliche Szenarien mit den entsprechenden Risiken und Maßnahmen ausgearbeitet, um den Auswirkungen entgegenzuwirken. Hierfür hat das Unternehmen bereits seit April Teile des Konzerns in Kurzarbeit geschickt, um die Absatzverluste zu minimieren. Damit sollen gleichwohl die Arbeitsplätze gehalten werden.
Parallel dazu ist ein großer Teil der Belegschaft im Home-Office. In einem extra eingerichteten Lagezentrum wird die fortschreitende Gefährdungslage regelmäßig neu bewertet. Auch um die ergriffenen Maßnahmen schrittweise anzupassen, zum Beispiel für eine Rückkehr in die Normalität, für die die politischen Vorgaben maßgeblich sind. Aber eine klare Prognose wagt das Unternehmen noch nicht. Bei neuen Entwicklungen wird die SWB nachsteuern. (gun)
