Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München

Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München

Bild: © SWM

Die Stadtwerke München erwarten aktuell Einbußen in Höhe von rund 194 Mio. Euro durch die Coronakrise. Der Löwenanteil entfällt davon mit rund 145 Euro auf den ÖPNV, aber auch im Bäderbereich gab es teils massive Einnahmeausfälle.

Dennoch werde man beim operativen Ergebnis "ziemlich nah an den Planwert von 429 Mio. Euro" herankommen, versichert Florian Bieberbach, der Vorsitzende der SWM-Geschäftsführung im Gespräch mit der ZfK. Die coronabedingten, negativen Ergebniseffekte würden vor allem durch eine Unterstützung in Höhe von 130 Mio. Euro aus dem ÖPNV-Rettungsschirm und ein internes Spar- und Ergebnisverbesserungsprogramm kompensiert.

"Kommen mit einem blauen Auge davon"

"Wir werden dieses und nächstes Jahr keine guten Ergebnisse schreiben, aber die Katastrophe wird ausbleiben. Wir kommen mit einem blauen Auge davon", zeigt sich der SWM-Chef vorsichtig optimistisch.

Offen ist hingegen noch, ob der Kommunalversorger auch in diesem Jahr eine Gewinnabführung in Höhe von 100 Mio. Euro an die Stadt München leisten wird. "Dies hängt auch vom Ergebnis unterhalb des EBIT ab", so Bieberbach. Dies werde von vielen Bewertungsthemen beeinflusst, die naturgemäß erst Ende Dezember endgültig vorliegen würden.

Risikovorsorge erhöht

Im ersten Quartal des kommenden Jahres rechnet er aufgrund der anhaltenden Pandemie neben weiterhin deutlich niedrigeren Fahrgastzahlen im ÖPNV auch mit überdurchschnittlich hohen Zahlungsausfällen im Vertrieb. "Wir haben die Risikovorsorge erhöht, diese bewegt sich im siebenstelligen Bereich."

Deutliches Stellenwachstum trotz Corona

Trotz des Sparprogramms und einer deutlich höheren Zurückhaltung bei den Stellen-Neubesetzungen als in normalen Jahren sind im SWM-Konzern im vergangenen Jahr 500 neue Vollzeitstellen entstanden, unter anderem im IT-Bereich. "Das ganze Unternehmen entwickelt sich mit hoher Dynamik weiter und die Arbeit muss gemacht werden", erklärt Bieberbach. (hoe)

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