Die TEAG-Unternehmenszentrale bei Nacht.

Die TEAG-Unternehmenszentrale bei Nacht.

Bild: © TEAG

Thüringer Energie AG (Teag) konnte im Geschäftsjahr 2022 trotz massiver Markt-Turbulenzen mit 68,2 Mio. Euro Gewinn abschließen. Das Ergebnis entspricht in etwa dem der vergangen Jahre. Damit zeigt das Unternehmen für was es stehen will und was seine Eigentümer, rund 850 Thüringer Städte und Gemeinden, erwarten: Stabilität. Diese Aufgabe wird Vorstandsvorsitzender Stefan Reindl in der Jahrespressekonferenz auch nicht müde, zu betonen.

 "Wir profitieren hier, wie schon in der Coronakrise, von unserer breit aufgestellten Wertschöpfungskette, die wir in den mittlerweile zehn Jahren als kommunales Unternehmen aufgebaut haben", erklärt Reindl. Der Aufsichtsrat beschloss den Gesellschaftern wie in den Vorjahren eine Rendite von 20 Euro pro Aktie auszuzahlen.

Die Umsatzerlöse des Teag-Konzerns betrugen 2022 insgesamt 2,293 Mrd. Euro, im Vorjahr waren es 1,858 Mrd. Euro. Der Anstieg spiegele das Wachstum in den Kerngeschäften aber auch die enormen Preissteigerungen auf den Märkten für Energie sowie Rohstoffe wider. Ebenso habe das Unternehmen 202 Mio. Euro investiert – zu etwa zwei Drittel in seine Netze und zu einem Drittel in marktliche Tätigkeiten (Erzeugung, Erneuerbare, Elektromobilität).

So wurde beispielsweise für den Batteriehersteller Catl von der Teag-Netztochter Ten im Industriegebiet Erfurter Kreuz ein neues Umspannwerk errichtet. Einen weiteren Schwerpunkt stellte der eigenwirtschaftliche Glasfaserausbau durch die Thüringer Netkom dar – hierfür wurden 2022 ca. 54 Mio. Euro investiert. Unterm Strich sei aber das geplante Investitionsniveau nicht ganz erreicht worden. Hauptgründe lägen in krisenbedingten Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und teilweise gestörten Lieferketten. Dazu kämen Projektverzögerungen im Breitbandausbau wegen mangelnder Genehmigungen und Baukapazitäten.

Seine Investitionen will das Unternehmen mit rund 1900 Mitarbeitern in den kommenden Jahren weiterhin ausbauen, im laufenden Jahr auf 250 Mio..

Tausende in die Grundversorgung aufgenommen

Als einziger Geschäftsbereich der Teag wies im vergangenen Jahr der Vertrieb ein leicht negatives Ergebnis auf. Als Grundversorger habe das Unternehmen seit Sommer 2021 ungeplant zehntausend Haushaltskunden übernommen. Die höheren Preise für den nun anzuschaffenden Strom konnte der Versorger nicht vollständig an die Kunden weitergeben, hieß es. Auch außerhalb der Grundversorgung habe Teag im Krisenjahr 2022 Industrie- und Gewerbekunden in Thüringen neu unter Vertrag genommen, die ansonsten keinen Lieferanten gefunden hätten.

"Teag hat die Energiebeschaffung in den letzten Jahren auf breitere Füße gestellt und europaweit diversifiziert, um Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu vermeiden – dies war in der Krise ein entscheidender Vorteil", sagt der Vorstand. Trotzdem musste das Preisniveau für die Kundschaft zur Jahreswende 2022/ 23 spürbar steigen und werde auch erst in einigen Monaten wieder sinken.

Scharfe Kritik an den Preisbremsen

Die von der Bundesregierung beschlossenen Preisbremsen konnte das Unternehmen umsetzen. Stefan Reindl zeigte sich jedoch von der Politik verärgert, das Gesetz sei "Wahnsinn und schlecht gemacht." Die Regeln seien komplex, schwer verständlich und "teils sogar widersprüchlich." Die kurze Umsetzungszeit sei eine Frechheit gewesen, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Staat sich selbst über sieben Monate Zeit gegeben habe, um auf viel einfacherem Wege die 200-Euro-Hilfe für Studierende aufzusetzen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass nur wenige IT-Dienstleister könnten SAP-Systeme betreuen.

Weiterhin hohe Unsicherheit für 2023

"Die Gefahr von Mangellagen in der Energieversorgung ist aber noch keineswegs gebannt. Dazu gibt es gerade im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt zu viele Unwägbarkeiten", so Stefan Reindl. Die Planungen gingen aber davon aus, dass die Teag auch in 2023 mit einem stabilen Geschäftsergebnis und weiterem Wachstum in ihrem Kerngeschäften rechnen könne. (pfa)

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