Insbesondere positive Einmaleffekte, höhere Ausschüttungen und Ergebnisabführungen einiger Tochtergesellschaften haben das Beteiligungsergebnis der Thüga, des größten deutschen Stadtwerkeverbunds, im vergangenen Jahr auf 341,2 Mio. Euro klettern lassen. Das entspricht einem Plus von knapp 20 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (321,8 Mio. Euro), wie der Konzern in einer Pressemitteilung bekanntgab.
Das Beteiligungsergebnis fiel damit oberhalb des im Vorjahr prognostizierten Korridors aus, wie dem Finanzbericht zu entnehmen ist. Der Wert gilt als wesentlicher Leistungsindikator in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Thüga-Chef lobt Stadtwerke
Mögliche Auswirkungen der Energiekrise im vergangenen Jahr auf die Thüga-Stadtwerke lassen sich daran jedoch nicht ablesen. Die Ausschüttungen der Beteiligungsgesellschaften werden jeweils erst im Folgejahr vereinnahmt.
Der zum Ende dieses Jahres ausscheidende Thüga-Vorstandschef Michael Riechel lobte jedoch, dass die Partnerunternehmen alles darangesetzt hätten, um ihrer Rolle als verlässlicher Versorger vor Ort und Betreiber kritischer Infrastruktur vollumfänglich gerecht zu werden. "Das ist ihnen gelungen." Zur Thüga zählen rund 100 Stadtwerke und Regionalversorger, darunter auch große Player wie die Frankfurter Mainova, Hannovers Enercity und die Nürnberger N-Ergie.
Beteiligung an Stadtwerken Rostock
Die finanzwirksamen Investitionen lagen im Geschäftsjahr 2022 laut Pressemitteilung bei 97,2 Mio. Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die Thüga ist seit Februar 2022 mit 12,55 Prozent an den Stadtwerken Rostock beteiligt. Zudem wurden bei verschiedenen Beteiligungen Kapitalmaßnahmen vorgenommen.
Für das laufende Geschäftsjahr hat Thüga nach eigenen Angaben einen Investitionsrahmen im höheren zweistelligen Millionenbereich eingeplant. Dieser sei im Wesentlichen für Kapitalmaßnahmen bei bestehenden Beteiligungen vorgesehen, heißt es im Finanzbericht.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Thüga mit einem Beteiligungsergebnis, das um bis zu neun Prozent unterhalb des Vorjahreswertes liegt, also bei umgerechnet rund 310 Mio. Euro. Im optimistischen Szenario würde das Ergebnis um sechs Prozent schrumpfen, im pessimistischen Szenario um bis zu 25 Prozent. (aba)
