Die Thüga sieht sich gut für die Zukunft aufgestellt.

Die Thüga sieht sich gut für die Zukunft aufgestellt.

Bild: © Thüga

Die Stadtwerkegruppe Thüga sieht sich nach einem stabilen Ergebnis im pandemiebedingt schwierigen Jahr 2020 gut für die Zukunft aufgestellt.

"Die Stadtwerke und Regionalversorger haben die Herausforderungen der Pandemie hervorragend gemeistert und unter großem Einsatz die Versorgungssicherheit aufrechterhalten", lässt sich Vorstandsvorsitzender Michael Riechel in einer Presseaussendung zitieren. "Außerdem haben viele Partnerunternehmen der Thüga-Gruppe die Situation genutzt und ihre Prozesse – insbesondere die Kundenprozesse – weiter digitalisiert und vernetzt."

Bilanzgewinn geht leicht zurück

Der Bilanzgewinn der Stadtwerkegruppe ging dabei das zweite Jahr in Folge leicht zurück: von 278 Mio. im Vorjahr auf 271 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2020.

Auch die anderen wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren wie das bereinigte operative Ergebnis (adjusted Ebit) sanken leicht. Die Thüga führt dies auf niedrigere Ergebnisse bei den at equity bewerteten Unternehmen sowie auf die im Vorjahresvergleich gesunkenen sonstigen betrieblichen Erträge zurück.

Dividende bei 26,20 Euro je Stückaktie

Der Umsatz des Konzerns fiel um ein Viertel auf 3,9 Mrd. Euro. Verantwortlich dafür war vor allem das Segment Handel (minus 27 Prozent). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr habe dabei maßgeblich aus der Marktwertveränderung aus den realisierten Geschäften im Rahmen des IFRS 9 resultiert, eines internationalen Rechnungslegungsstandards, der Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten regeln soll, führt die Thüga aus.

Die kommunalen Anteilseigner sollen eine Dividende von 26,20 Euro je Stückaktie erhalten. Im Vorjahr waren es 26,80 Euro.

Personal aufgestockt

Personell stockte der Konzern um fast 100 Mitarbeiter auf (insgesamt 852 Mitarbeiter Ende 2020). Der Anstieg fand nach Unternehmensangaben zum einen im Segment Digitale Dienstleistungen statt. Die Thüga hatte Anfang 2020 ihre Tochterunternehmen Thüga Smart Service und Conergos fusioniert.

Zum anderen wurde für neue Projekte im Segment Holding/Beratung zusätzliches Personal mit befristeten Arbeitsverträgen eingestellt.

Zukunftsprojekt TAP

Investiert hat die Thüga 2020 insbesondere im Netzbereich und bei Plattform- und Investitionsthemen. Weiter ausbauen will sie ihr Beteiligungsportfolio. Als potenzieller Partner von Kommunen und Start-ups führe sie auch dieses Jahr kontinuierlich Gespräche über Beteiligungsengagmeents. Auch Kooperationen würden geprüft, um Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln, Servicekosten zu reduzieren und Innovationen zügiger zur Marktreife zu bringen.

Als zentrales Zukunftsprojekt gilt die Thüga-Abrechnungsplattform, kurz TAP. Sie sei im Jahr 2020 entscheidend vorangebracht worden, teilt der Konzern mit. Anfang 2021 startete das europaweite Vergabeverfahren für die Plattform. Die TAP soll Abrechnungsprozesse im Commodity-Bereich effizient und weitestgehend automatisiert abwickeln.  Der Go-Live ist für 2023 angedacht.

Geschäftsfeld Smart City

Als neues Geschäftsfeld hat die Thüga ferner das Thema Smart City ausgemacht. Zusammen mit den Regionalversorgern Badenova und Energieversorgung Mittelrhein testet sie derzeit in zwei Reallabors, wie sich verschiedene Smart-City-Anwendungen umsetzen und kombinieren lassen.

Ziel ist die Demonstration von mehreren anwendungsübergreifenden Projekten aus den Smart-City-Bereichen Versorgen, Kommunikation, Mobilität und Wohnen. Sie könnten den Thüga-Partnerunternehmen als Blaupause für ihre eigene Smart City dienen.

Syneco-Eins-Energie-Deal

Wachsen soll auch die Thüga-Handelstochter Syneco. Stimmt die zuständige Kartellbehörde zu, übernimmt sie im Juli die Handelsabteilung des Regionalversorgers Eins Energie in Sachsen mit ihren 25 Mitarbeitern. Eins will sich im Gegenzug mit zehn Prozent an der Syneco beteiligen.

Ziel ist es auch hier, Kompetenzen zu bündeln und Synergien zu schaffen. Das Handelsvolumen von Syneco betrug im vergangenen Jahr 157 TWh im Strom- und 216 TWh im Gasmarkt. Eins handelte 2020 insgesamt mit 8,5 TWh Strom und 12 TWh Gas. (ab)

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