Der französische Kraftstoffhändler Dyneff S.A.S. hat den Erdgaslieferanten Natgas France, eine Tochterfirma des insolventen Potsdamer Handelsunternehmens Natgas AG, übernommen. Der Kaufvertrag wurde am 31. Dezember vergangenen Jahres unterzeichnet. Laut Pressemitteilung konnten alle Arbeitsplätze der in Paris ansässigen Natgas-Tochter erhalten werden – laut ZfK-Informationen handelt es sich dabei um eine Handvoll Personen. Der aus Montpellier stammende Käufer Dyneff verwaltet ein Netzwerk von 115 Tankstellen, 14 Vertriebsagenturen und zwei Großkundenabteilungen in Frankreich und Spanien. Das Unternehmen beschäftigt 500 Mitarbeiter und hatte 2018 einen Jahresumsatz von 2,4 Mrd. Euro.
Das zuständige Amtsgericht Potsdam hatte am 1. Dezember vergangenen Jahres das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Mutterkonzerns, Natgas AG, eröffnet. Insolvenzverwalter ist Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case, Berlin. Die Natgas AG hat den Geschäftsbetrieb inzwischen eingestellt. Aktuell beschäftigt das Unternehmen in der Zentrale in Potsdam noch gut 50 der einst rund 100 Mitarbeiter. Diese sind mit verschiedensten Tätigkeiten der Unternehmensabwicklung betraut.
Investorensuche für Mutterkonzern blieb ohne Erfolg
Die Natgas AG hatte im Rahmen des Ende September 2019 begonnenen Insolvenzantragsverfahrens in einem strukturierten M&A-Prozess nach einem Investor zur Übernahme des Geschäftsbetriebs gesucht. Dieser Investorensuchprozess und die Sanierungsbemühungen hatten nicht zum Erfolg geführt. Das Unternehmen, das in diesem Jahr 20 Jahre besteht, hatte im Geschäftsjahr 2018 nach eigenen Angaben noch rund 165 Terawattstunden (TWh) Gas und Strom abgesetzt und erwirtschaftete dabei einen Umsatz von mehr als 3,6 Mrd. Euro. (hoe)



