Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Düsseldorfer Energiekonzern geht für das laufende Geschäftsjahr von keinen gravierenden Auswirkungen durch die Corona-Pandemie aus. „Das operative Geschäft läuft stabil“, sagte Uniper-Vorstandschef Andreas Schierenbeck bei einer Telefonkonferenz zum ersten Quartal am Donnerstag. Weder im Erzeugungs- noch im Handelsgeschäft seien bislang größere Beeinträchtigungen zu erkennen. 

Uniper beliefere „primär große und solide Geschäftskunden, die ihrerseits eine hohe Finanzstärke aufweisen“, sagte Finanzvorstand Sascha Bibert. Zudem habe sich Uniper in den vergangenen Wochen durch verstärktes Hedging vor Veränderungen bei den Großhandelspreisen abgesichert. „Von daher kann ich derzeit auch nicht erkennen, dass wir unser großes Liquiditätspolster nutzen werden müssen“, so Bibert.

Für kommendes Jahr 55 Prozent der Stromproduktion abgesichert

Für das kommende Jahr hat Uniper seine Stromproduktion am deutschen Markt bereits zu 55 Prozent mit einem Preis von 49 Euro je Megawattstunde (MWh) abgesichert. Für das Jahr 2022 sind bis dato 40 Prozent der Stromproduktion bei einem Preis von 51 Euro je MWh gehedgt. Im laufenden Jahr ist die gesamte Stromlieferung zu 46 Euro je MWh verkauft. 

„Alle machen sich Gedanken, wo geht der Markt hin. Da waren wir ein Stück weit auf der sicheren Seite“, erklärte Bibert auf der Telefonkonferenz. In Deutschland fange der Markt an, sich „auf niedrigem Niveau zu normalisieren“. In Großbritannien hinke die Entwicklung hingegen noch hinterher.

Gute Geschäfte im volatilen Gasmarkt

Im ersten Quartal erzielte Uniper ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) von 651 Mio. Euro, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 185 Mio. Euro. Der Nettogewinn kletterte von 117 Mio. Euro auf 499 Mio. Euro. An der Prognose für das Gesamtjahr hält das Unternehmen zudem fest. 

Als Hauptgrund für den positiven Jahresstart nennt Uniper das Gasgeschäft. Der Handel habe in einem hoch volatilen Markt von „diversifizierten und flexiblen Gasspeicher- und Gasoptimierungsportfolien“ profitiert. Auch die Wasser- und Kernkraftwerke hätten aufgrund gestiegener Produktionsmengen mehr verdient. Zudem habe die Wiedereinführung des britischen Kapazitätsmarktes geholfen. 

Datteln 4 ist "voll auf der Zielgeraden"

Für das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 erwartet Uniper die kommerzielle Inbetriebnahme im Frühsommer. „Das Projekt befindet sich voll auf der Zielgeraden“, sagte Uniper-Chef Schierenbeck. Derzeit wird die 1.100-MW-Anlage am Dortmund-Ems-Kanal getestet. Die von Datteln 4 produzierte Strommenge wird nur zu einem geringen Teil in den Markt gehen, mit der Deutschen Bahn und RWE bestehen umfangreiche Lieferverträge. (hil)

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