Energiekonzern Uniper leidet zunehmend unter den russischen Gaslieferkürzungen.

Energiekonzern Uniper leidet zunehmend unter den russischen Gaslieferkürzungen.

Bild: © Matthias Balk/dpa

Von Artjom Maksimenko

Das Adjusted Ebitda des Düsseldorfer Konzerns ist von 7,2 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf rund 2,6 Milliarden Euro erwartungsgemäß geschrumpft, bleibt laut Uniper allerdings weiterhin auf einem "sehr hohen Niveau". Diese Entwicklung begründet Uniper vor allem mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis im vergangenen Jahr, in dem der Konzern von erfolgreichen Sicherungsgeschäften, insbesondere in den Bereichen der Stromerzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken sowie im Gas-Midstream-Geschäft, profitierte in noch höherem Maße profitierte als im Jahr 2024.

Auch für das laufende Jahr erwartet Uniper ein Ergebnis deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die anvisierte Bandbreite sei hier zwischen 900 Millionen und 1,3 Milliarden Euro, hieß es aus Düsseldorf. Wesentliche Gründe für den erwarteten Rückgang seien die reduzierten Commodity-Preisniveaus sowie das Fehlen von Ergebnisbeiträgen aus erfolgreichen Absicherungsgeschäften der Vorjahre.

Nur ein Segment über dem Vorjahresniveau

Nach Segmenten aufgeteilt, könnte Uniper lediglich bei Green Generation ein Adjusted Ebidta in Höhe von 498 Millionen Euro und damit ein Ergebnis über dem Vorjahreswert erzielen (2023: 476 Millionen Euro). Maßgeblich für die positive Entwicklung sei die schwedische Kernenergie gewesen, die von höheren Ergebnisbeiträgen aus erfolgreichen Absicherungsgeschäften sowie von höheren Erzeugungsmengen aufgrund besserer Verfügbarkeit profitierte.

Das Adjusted Ebitda im Segment Flexible Generation konnte mit 998 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024 nicht an den vergleichbaren Vorjahreswert in Höhe von 2,4 Milliarden Euro heranreichen. Grund dafür war laut Uniper vor allem der Rückgang positiver Ergebnisbeiträge aus den Absicherungsgeschäften im Bereich der Handelsmarge bei fossil befeuerten Anlagen. Auch wenn diese Ergebnisse 2024 deutlich niedriger als 2023 waren, lagen sie immer noch "auf einem sehr hohen Niveau".

Auch das Adjusted Ebitda im SegmentGreener Commodities lag mit rund 1,5 Milliarden Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (2023: 4,2 Milliarden Euro). Das Gasgeschäft konnte erwartungsgemäß die außergewöhnlich hohen Ergebnisse des Vorjahreszeitraums nicht wiederholen. Der Stromhandel konnte ebenfalls aufgrund des veränderten Marktumfelds nicht an das außergewöhnlich positive Ergebnis des Vorjahreszeitraums anknüpfen

Hohe Rückzahlungen an den Bund

Im letzten Jahr hat Uniper rund 200 Millionen Euro in seine grüne Transformation investiert. "Erst kurz vor Jahreswechsel haben wir eine Reihe neuer Projekte im Erneuerbaren-Bereich auf den Weg gebracht. Wir stehen bereit, in neue Gaskraftwerke zur Stärkung der Versorgungssicherheit zu investieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", sagte Uniper-Chef Michael Lewis.

Bereits in diesem Quartal hat Uniper angekündigt, 2,6 Milliarden Euro an die Bundesrepublik zu erstatten. Eine entsprechende Rückstellung für eine erwartete Zahlungsverpflichtung hatte Uniper bereits Ende 2023 gebildet. Zum Ende 2024 wurde diese Rückstellung aktualisiert. Es sei geplant, dass die Mittel im Umfang von 2,6 Milliarden Euro der Bundesrepublik Deutschland im ersten Quartal 2025 zufließen. Der Betrag fällt etwas höher aus, als zuletzt kommuniziert (2,5 Milliarden Euro). Während der Gasbeschaffungskrise stand Uniper am Rande einer Insolvenz und bekam Unterstützung vom Staat in Höhe von 13,5 Milliarden Euro.

Diese Hilfen waren an eine Reihe von Auflagen geknüpft. Uniper muss bestimmte nicht-strategische Beteiligungen gemäß den Auflagen der EU-Kommission verkaufen. Der letzte Verkauf muss bis spätestens Ende 2026 abgeschlossen sein. Ein Großteil der Veräußerungen seien in Umsetzung oder bereits abgeschlossen.

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