Vattenfall blickt auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurück.

Vattenfall blickt auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurück.

Bild: © Jens Kalaene/dpa

Dass Vattenfall die Energiekrise als Vertriebschance begreift, lässt sich täglich auf Deutschlands gängigen Vergleichsportalen beobachten. Während andere Größen wie Eon oder die Stadtwerke München ihren Neukundenvertrieb stark zurückfuhren oder gar ganz aussetzten, rangierte der schwedische Konzern in den vergangenen Wochen auf Verivox und Check 24 durchgehend auf den vorderen Plätzen – und das bundesweit.

"Natürlich haben wir auch die Risiken abgewogen", sagte Jens Osterloh, Vattenfalls Marketingchef auf dem europäischen Markt, jüngst im Interview mit der ZfK. Allerdings sichere sich der Konzern benötigte Strommengen regelmäßig über einen längeren Zeitraum ab und kombiniere dies mit kurzfristigen Kampagnenbeschaffungen. "Gegen Preisschwankungen sind wir somit gut gewappnet. Deshalb war für uns klar, dass wir das in dem Moment auch als Chance für uns sehen."

Vertrieb: Vattenfall steigert Gewinn

Nun präsentierte der Konzern seine Geschäftszahlen für das vergangene Jahr. Demnach verzeichnete er in allen Märkten einen Kundenzuwachs von 3,7 Prozent. Laut Geschäftsbericht führte Vattenfall Ende 2021 insgesamt 10,5 Mio. Verträge. Trotz stark gestiegener Beschaffungspreise vor allem in Zentraleuropa steigerte der Vertrieb zudem seinen Gewinn von umgerechnet 297 Mio. auf 310 Mio. Euro.

Wie sich die Zahlen für den deutschen Markt darstellen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Fest steht aber: Allein durch den Lieferstopp des Anbieters Stromio im Dezember nahm Vattenfall in seinen Grundversorgungsgebieten Berlin und Hamburg etwa 74.000 Verbraucher auf.

Einmaleffekte in Deutschland

Insgesamt habe Vattenfall ein "außergewöhnlich starkes" Geschäftsjahr hinter sich, resümierte Vattenfall-Chefin Anna Borg. So stieg der Gewinn auf umgerechnet rund 4,6 Mrd. Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 0,7 Mrd. Euro gewesen.

Vor allem durch Einmaleffekte im deutschen Markt legte der Konzern deutlich zu. Die Einigung mit der deutschen Bundesregierung über Kompensationszahlungen für die Stilllegung von Kernkraftwerken spülten umgerechnet 1,1 Mrd. Euro in die Kasse. Der Verkauf des Stromnetzes an das Land Berlin brachte noch einmal 2,1 Mrd. Euro.

Fokus auf erneuerbare Energien

Vattenfall-Chefin Borg geht davon aus, dass Strom- und Gaspreise auf kurze Sicht aller Voraussicht nach anhalten. Trotz der unruhigen Lage auf dem Markt halte der Konzern aber unverändert an seiner Strategie mit klarem Fokus auf erneuerbare Energien fest. (aba/dpa)

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