Der schwedische Energiekonzern Vattenfall plant rund 85 Kilometer nördlich der Nordseeinsel Borkum einen weiteren Offshore-Windpark. Das Unternehmen habe am Donnerstag die Bundesnetzagentur in Bonn darüber informiert, dass es sein Eintrittsrecht für den Windpark "N-6.6" ausübe, teilte Vattenfall mit. Der künftig unter dem Namen "Nordlicht II" firmierende Windpark soll eine installierte Leistung von 630 Megawatt (MW) haben.
Zusammen mit "Nordlicht I", für dessen Bau sich Vattenfall bereits im September vergangenen Jahres entschieden habe, soll von 2027/2028 an eine installierte Kapazität von 1610 MW zur Verfügung stehen. Rechnerisch entspreche dies dem Stromverbrauch von mehr als 1,7 Mio. deutschen Durchschnittshaushalten. Zur Höhe der Investitionen wollte Vattenfall aus wettbewerblichen Gründen keine Angaben machen.
Abhängigkeit verringern
Mit beiden Windparks baut Vattenfall seine Stromerzeugung aus Windenergie an Land und auf See auf fast sechs Gigawatt (GW) aus.
Die Projekte führten zu einer dauerhaften Verringerung der Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieträgern, wird Anna Borg, CEO von Vattenfall, in einer Presseaussendung zitiert. "Zudem leistet fossilfreier Strom aus Offshore-Windenergie einen entscheidenden Beitrag für die Dekarbonisierung von Schlüsselindustrien, die bisher noch auf den Einsatz fossiler Brennstoffe angewiesen sind."
Gestiegene Kosten
Vattenfall will bei Offshore-Wind insgesamt Kapazitäten von 30 GW aufbauen. Die derzeitig schwierigen Rahmenbedingungen für die Offshore Branche hielten den schwedischen Konzern dabei nicht vor der Investition zurück.
"Wir erwarten angesichts zuletzt stark gestiegener Kosten für den Bau und den Betrieb von Offshore-Windparks mögliche Synergien bei zwei benachbarten Windparks, die sich kostendämpfend auswirken können", erklärtChristian Barthélémy, Deutschlandchef von Vattenfall. (jk)
