Aufgrund der Corona-Krise musste Vattenfall seinen Recruiting-Prozess auf die neuen Umstände ausrichten. In einem Blogbeitrag schildern die Personaler ihre Erfahrungen. Danach wurden die Recruitments nach einer kurzen Phase "mehr oder weniger normal" fortgesetzt und weiterhin Bewerbungsgespräche geführt. Für diese Interviews galt das, was auch für alle anderen Gespräche gilt: Sie werden per Telefon und per Video durchgeführt.
Das habe durchaus auch Vorteile – zum Beispiel die größere zeitliche Flexibilität. Gesprächstermine konnten oft viel schneller vereinbart werden, da fast alle – die Recruiter selbst ebenso wie die Kandidaten – zu Hause waren. Die bekannte Umgebung habe zu einer entspannteren Atmosphäre beigetragen, bilanziert Vattenfall. Außerdem bot das gemeinsame Thema Corona einen Einstieg in den Small Talk, der sich sonst nicht immer so leicht finden lässt. Und die digitalen Meetings führten auf beiden Seiten zu Zeitersparnis, da die Anreise entfiel.
Keine Praxistests möglich
Bei Einstellungen für technische und handwerkliche Berufe war diese Vorgehensweise jedoch nachteilig. "Ein praktischer Test der handwerklichen Fähigkeiten ist über Video oder Telefon eben einfach nicht möglich", schreiben die Blogautoren. Außerdem gab es "auch Kandidaten, die keinen Computer mit Kamera und Mikrofon zur Verfügung hatten. Oder die Videokonferenzsysteme von Vattenfall und von den Bewerbern waren nicht kompatibel. Und wenn man das Gegenüber nicht sieht, sieht man eben auch die Körpersprache nicht. Dann ist es viel schwerer einzuschätzen, wie authentisch sich diejenige oder derjenige verhält."
Allerdings war das zwar eine Erschwernis des Prozesses, aber kein echter Hinderungsgrund für eine Einstellung. "Wenn eine Bewerbung wirklich überzeugend war, aber es noch letzte Unsicherheiten gab, haben wir uns mit den Bewerbern schon mal zu einem Spaziergang verabredet", erläutern die Recruiter. "Obwohl die Gespräche dann vielleicht etwas informeller wirkten, hat das gut funktioniert. Und auch die Kandidaten waren von unserer Kreativität beeindruckt."
Auswirkungen auf die zukünftige Arbeit
"Ich finde es bemerkenswert, wie professionell unser Team doch mit der Situation umgegangen ist und sich superschnell entsprechend angepasst hat", fasst Patrick Roscher, Head of Training and Recruitment Germany bei Vattenfall, die Veränderungen im Arbeitsalltag der Recruitment-Mitarbeiter zusammen. "Definitiv haben wir hierbei viel gelernt und können positive Aspekte bei künftigen Einstellungen übernehmen." (hp)
