Wasserkraft: Für die Kraftwerksgruppe Kaprun hat Verbund umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen angekündigt.

Wasserkraft: Für die Kraftwerksgruppe Kaprun hat Verbund umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen angekündigt.

Bild: © Vebund

Von Artjom Maksimenko

Der österreichische Energiekonzern Verbund hat umfangreiche Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten in der Kraftwerksgruppe Kaprun angekündigt. Für das Jahr 2029 plant das Unternehmen nach eigenen Angaben die Errichtung eines weiteren Pumpspeicherkraftwerks.

Das Projekt "PSW Schaufelberg" bilde einen wichtigen Baustein für die Energietransformation und biete zusätzlich einen ökologischen Mehrwert durch die Schwall-Sunk-Entlastung des Gebirgsflusses Kapruner Ache, teilte Verbund mit.

Umfanreiche Umbamaßnahmen

Die Kraftwerksgruppe Kaprun umfasst Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke samt zugehöriger Talsperren im Salzburger und Kärntner Teil der Glocknergruppe in Österreich. Gemeinsam mit den Pumpspeichern Kaprun-Oberstufe, Limberg II und Limberg III werde das Projekt Schaufelberg die "grüne Batterie im Herzen Österreichs" nochmals stärken, die Netze entlasten und mit den Kraftwerken Kaprun Hauptstufe und Klammsee 1860 MW zur Versorgungssicherheit Österreichs beitragen, so der Plan des Unternehmens.

Als zentrales Element des Projekts wird der Druckstollen des Kraftwerks Kaprun-Hauptstufe komplett neu errichtet. Kostenpunkt: 370 Millionen Euro. Die Arbeiten dazu seien bereits angelaufen. Die Arbeiten an der Errichtung des neuen Triebwasserweges von der Schieberkammer Limberg starten Anfang 2025. In Summe würden dort knapp 9 Kilometer neue Stollen errichtet.

Der Zufluss von Wasser aus den Bergen in Kaprun ist so groß, dass ein weiteres Pumpspeicherkraftwerk betrieben werden und somit die Gesamtanlage noch effizienter eingesetzt werden kann, teilte Verbund weiter mit. Das neu geplante Pumpspeicherkraftwerk Schaufelberg wird zudem – wie Limberg II und III – größtenteils unterirdisch errichtet und kommt dann auf eine Leistung von 480 MW. Es liegt auf 700 Metern Seehöhe rund 900 Meter tief im Berg. Der neue Triebwasserstollen mit einer Länge von über 6 Kilometern und einem Durchmesser von 5,8 Metern wird zukünftig das Wasser für die Kraftwerke Hauptstufe und Schaufelberg befördern.

Reaktion auf steigenden Strombedarf

Das Projekt Schaufelberg sieht ein Investitionsvolumen von rund 600 Millionen Euro vor. Die Unterlagen sollen Mitte 2025 eingereicht werden. "Bis 2040 wird sich der Stromverbrauch in Österreich verdoppeln. Dafür muss die Erzeugungskapazität fast verdreifacht werden, ein Großteil davon kommt aus erneuerbaren Energien", sagte Michal Strugl, Verbund-CEO. Pumpspeicher würden dabei für die Netzstabilität Versorgungssicherheit Österreichs mit Ökostrom sorgen. "Darum werden wir in Kaprun fast eine Milliarde Euro zusätzlich investieren", kündigte Strugl an.

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