Die Wettbewerbsintensität im Energievertrieb ist im ersten Halbjahr weiter gestiegen. Das schlägt sich auch in der Entwicklung der gewährten Boni für Neukunden wieder. Das geht aus der neuen Wechslerstudie Energie 1. Halbjahr 2024 von Kreutzer Consulting und Verivox hervor.
Boni werden demnach wieder häufiger angeboten und in Anspruch genommen als während der jüngsten Energiepreiskrise: Rund 80 Prozent der abgeschlossenen Stromtarife enthielten im ersten Halbjahr 2024 einen Bonus. Zum anderen spiegele sich die zunehmende Wettbewerbsintensität auch in der Höhe der gewährten Boni wider. Mehr als ein Drittel (36 %) der Privatkunden-Wechsler hätten sogar einen Tarif mit einem Gesamtbonus in Höhe von 200 bis 300 Euro abgeschlossen, heißt es weiter.
Anstieg der Anbieterzahl hat sich verlangsamt
Im ersten Halbjahr 2024 waren laut der neuen Wechsler-Studie auf dem Vergleichsportal Verivox durchschnittlich 61 Gasanbieter pro Postleitzahl verfügbar. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg um rund 85 Prozent. Auch im Stromsegment legte die Zahl der Versorger mit 98 Anbietern pro Postleitzahl deutlich zu.
Die Veränderungsdynamik hat sich aber etwas abgeschwächt: Während die Wettbewerbsintensität im Laufe des Jahres 2023 kontinuierlich und deutlich zugenommen hat, bewegt sich die Anbieteranzahl im ersten Halbjahr dieses Jahres auf einem konstant hohen Niveau und steigt nur noch leicht, heißt es weiter in der Mitteilung.
Dennoch liege die Anzahl der Anbieter immer noch auf einem geringeren Niveau als vor der Energiepreiskrise, wo im Strommarkt jeweils in etwa 160 bis 170 Versorger pro Postleitzahl aktiv waren. Im Gasmarkt waren mit circa 110 bis 120 Anbietern pro Postleitzahl beinahe doppelt so viel Unternehmen pro Postleitzahl aktiv wie im ersten Halbjahr 2024.
Markt ist in Summe dennoch geschrumpft
Obwohl sich der Energiemarkt stabilisiert habe und die Wettbewerbsintensität wieder zunehme, verdeutlichten diese Entwicklungen, dass die Energiepreiskrise zu vielen Marktaustritten durch Insolvenzen und Geschäftsaufgaben geführt habe. Gleichzeitig hätten aber auch Stadtwerke ihr überregionales Engagement hinterfragt und den Aktionsradius teilweise deutlich reduziert. Insgesamt sei durch die Konsolidierung mit einer zunehmenden Konzentration des Wettbewerbs auf weniger Player zu rechnen. (hoe)



