Nach den Warnstreiks von 350 Mitarbeitern vor dem Atomkraftwerk Grohnde, einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft vergangenen Freitag.

Nach den Warnstreiks von 350 Mitarbeitern vor dem Atomkraftwerk Grohnde, einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft vergangenen Freitag.

© Julian Stratenschulte/dpa

„Der von den Gewerkschaften geschürte Konflikt setzt weniger die Arbeitgeberseite unter Druck als die Bevölkerung. Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass in der bevorstehenden dritten Runde ein gemeinsamer Kompromiss gefunden werden kann. Deshalb verstehen wir auch nicht den Sinn der bundesweiten Streikaktionen - abgesehen von der Öffentlichkeitsarbeit der

Gewerkschaften in eigener Sache“, sagte Thomas Böhle, Präsident der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA).Knackpunkt zwischen Verdi und der VKA ist das geforderte Gehaltsplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro. Von diesem würden vorrangig die Beschäftigten in den unteren Einkommensgruppen profitieren - jene Beschäftigten, die traditionell das Gros der Gewerkschaftsmitglieder ausmachen. Damit werden jedoch Anreize für die falschen Berufsgruppen gesetzt.

Verhandlungen gehen am 15./16. April in die dritte Runde

„In den vergangenen Lohnrunden wurde die Bezahlung der unteren Entgeltgruppen wiederholt deutlich angehoben, und das ausgehend von einem ohnehin schon sehr guten Niveau. Wir sind aber angesichts der technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dringend in der Pflicht, dort nachzubessern, wo die Personaldecke immer dünner wird: im Bereich der Fach- und Führungskräfte. Der öffentliche Dienst braucht dringend Ingenieure und IT-Experten, wenn er mit der Privatwirtschaft mithalten will“, so VKA-Hauptgeschäftsführer Klaus-Dieter Klapproth. „Und dazu brauchen wir attraktivere Gehälter in den entsprechenden Gehaltsgruppen.

Insgesamt verhandelt Verdi aktuell für 2,3 Mio. Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 15./16. April angesetzt. (ls)

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