Der Telekommunikationskonzern Vodafone möchte künftig in Europa ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen, wie das Unternehmen mitteilte. Hierbei geht es um Strom für die Bereiche Mobilfunk und Festnetz sowie die Rechenzentren, Büros und Shops. In Deutschland ist das schon seit dem vergangenen Jahr der Fall.
Dabei geht es um zwölf europäische Staaten, darunter Italien, Spanien und die Türkei. In Afrika und Indien, wo Vodafone ebenfalls präsent ist, soll die Umstellung bis 2025 erfolgen. Auch die Wettbewerber des britischen Konzerns setzen verstärkt auf Ökostrom.
Ökoanteil bei 80 Prozent
Bei Vodafone lag der Ökoanteil am Stromverbrauch des Unternehmens in Europa im Geschäftsjahr 2019/20 (bis Ende März) noch bei 33 Prozent und im Geschäftsjahr 2020/21 schon bei 80 Prozent. Ab Juli sind es planmäßig 100 Prozent.
Dort, wo Vodafone nur Mieter ist und Strom über den Vermieter bezieht – etwa in Shops in Einkaufszentren – werde die genutzte Energie teilweise noch in Kohlekraftwerken und anderen konventionellen Anlagen erzeugt, heißt es. Diesen Anteil will Vodafone mit dem Kauf von Erneuerbaren-Zertifikaten ausgleichen und somit rechnerisch "grün" werden.
Auch Telekom setzt auf Zertifikate
Auch die Deutsche Telekom bezieht konzernweit – also inklusive USA und Europa – seit Jahresbeginn nach eigenen Angaben ausschließlich Grünstrom. Wie bei Vodafone werden zu einem kleinen Teil Zertifikate gekauft, um rechnerisch auf 100 Prozent zu kommen.
Telefónica ist in puncto Stromverbrauch in Deutschland nach eigenen Angaben seit Anfang dieses Jahres rechnerisch komplett "grün". Auch in seinen drei anderen Kernmärkten Spanien, Großbritannien und Brasilien liege der Wert bei 100 Prozent, sagt ein Telefónica-Sprecher.
5G spart Strom
Bei Vodafone stieg der Mobilfunk-Datenverkehr im vergangenen Geschäftsjahr nach Firmenangaben um fast die Hälfte. Der Energieverbrauch sei wegen energieeffizienter Technologien "weitgehend unverändert" geblieben, heißt es weiter. Unter anderem soll der neueste Mobilfunkstandard 5G deutlich weniger Strom brauchen als seine Vorgängertechnologien. (dpa/jk)



