Der Vorstand der VSE AG: Hanno Dornseifer und Gabriël Clemens mit Corona-Sicherheitsabstand auf der Bilanzpressekonferenz 2021.

Der Vorstand der VSE AG: Hanno Dornseifer und Gabriël Clemens mit Corona-Sicherheitsabstand auf der Bilanzpressekonferenz 2021.

Bild: © VSE-Gruppe

Die VSE-Gruppe bleibt wirtschaftlich weiter auf Kurs, obwohl der Stromabsatz durch die Corona-Pandemie eingebrochen ist. 2019 lag dieser bei knapp 14,3 Mrd. kWh und fiel nun auf rund 9,2 Mrd. kWh ab. Dafür wiederum kletterte in dem Bilanzjahr 2020 der Gasabsatz um knapp 1,7 Mrd. kWh auf rund 10,8 Mrd. kWh nach oben. Insgesamt ging der Umsatz jedoch leicht zurück und unterschritt die 1-Mrd.-Marke. Er pendelte sich kurz davor bei 984 Mio. Euro ein.

Der Vorstand des Saarbrückener Unternehmen zeigt sich insgesamt nicht beunruhigt: "Wir gehen aber davon aus, dass sich nach der Corona-Krise konjunkturelle Nachholeffekte in der Wirtschaft und beim Konsum einstellen und den Wachstumskurs der VSE-Gruppe wieder verstärkt positiv begleiten", sagte Hanno Dornseifer, VSE-Vorstand, auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch.

Die Zukunft sind Dienstleistungen

Die Gruppe federt die Pandemie-Auswirkungen auch mit ihren neuen Geschäftsmodellen ab: Der kontinuierliche Ausbau energienaher Dienstleistungen und deutlich gestiegener Telekommunikationsdienstleistungen. "Die steigende Nachfrage nach energieeffizienten, flexiblen Lösungen und höheren Bandbreiten in der Telekommunikation sowie der wachsende Bedarf bei Elektro-Mobilität sind trotz der Covid19-Pandemie ungebrochen und lassen uns zuversichtlich in die Zukunft schauen", betonte Dornseifer in dem Kontext.

Auch das von der Tochter VSE Net betriebene grüne Rechenzentrum in Saarwellingen erfreut sich laut eigenen Angaben wachsender Beliebheit. Neu ist die Cloud-Dienstleistung "infrastructure as a service2, die laut der VSE-Gruppe weit über das klassische Server-Housing hinausgeht. Die zusätzlichen Service-Dienstleistungen würden von einer skalierbaren Server-Infrastruktur über das komplette Backup aller virtuellen Server bis hin zur Anbindung aus dem Rechenzentrum der VSE NET in die ganze IT-Welt reichen.

TK-Tochter hat bundesweit 115.000 Privatkunden

VSE NET ist nach wie vor auch außerhalb des Saarlandes tätig wie in Eifel, Hunsrück, Nahe. Hinzukommt, dass die Telekommunikationstochter durch den RWE/Eon-Deal rund um Innogy nun auch Dienstleister für Eon und weitere Unternehmen ist. So stellt sie White-Label-Breitbanddiensten auf Glasfasernetzen in Brandenburg und im nördlichen Sachsen-Anhalt bereit. Inzwischen zählt VSE NET inklusive der White-Label-Partner laut eigenen Angaben mehr als 115.000 Privatkunden bundesweit. Zudem wird die VSE NET den Ausbau eines flächendeckenden 450-MHz-Funknetzes im Saarland vorantreiben. Dieses Mobilfunknetz funktioniert auch bei einem Blackout zuverlässig.

Saarland liegt im bundesweiten Ranking hinten

Darüber hinaus möchte die VSE AG die erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Jedoch gestalte sich der dringend benötigte Ausbau der Windkraft aufgrund politischer Rahmenbedingungen und abnehmender Akzeptanz in der Bevölkerung derzeit schwierig, kritisierten sowohl Dornseifer als auch sein Vorstandskollege Gabriel Clemens auf der auf der Konferenz. Gleiches gelte für die Photovoltaik. Zunehmende Akzeptanzprobleme sowie der Mangel an geeigneten Flächen erschweren den weiteren Ausbau. Laut den Angaben der VSE liege das Saarland unter anderem deshalb im bundesweiten Ranking hinten. Während die erneuerbaren Energien am Stromverbrauch deutschlandweit 46 Prozent ausmachen, seien es im Saarland rund 20 Prozent.

Keine neuen Bauprojekte bei der Windkraft

Zwar ist das Unternehmen gemeinsam mit Partnern an rund 130 MW installierter Windkraft und rund 25 MW Photovoltaik im Saarland beteiligt. Aber dieses Jahr wird hinsichtlich der Windkraft kein Projekt in die Bauphase gehen. Dafür befänden sich vier weitere Windparks und vier PV-Freiflächenanlagen zurzeit in Sondierung bzw. Projektierung. Sie haben ein Investitionsvolumen von rund 80 Mio. Euro. Grundsätzlich investierte die VSE in 2020 insgesamt 55 Mio. Euro, wovon 37 Mio. Euro alleine die Netzinvestitionen ausmachten. (gun)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper