Die Kommunikationsberaterin Melanie Peschel schreibt in ihrem Gastbeitrag, dass die kommunale Wärmeplanung als Thema für die Kommunikation noch unterschätzt wird.
Neulich lief die letzte Sendung “Wetten, dass…” mit Thomas Gottschalk. Ob der Showmaster und Kommunikationsexperte nun Vakanzen hat, um die Kommunen bei der kommunalen Wärmeplanung zu beraten?
Ich vermute, er hat andere Pläne, aber dennoch: So ganz verkehrt wäre die Position mit ihm nicht besetzt, denn er weiß, wie Kommunikation und die Beteiligung des Publikums funktioniert. Und genau das – die Beteiligung von Akteuren – braucht es im Rahmen der kWP.
Dass viele Kommunen das Thema kommunale Wärmeplanung noch nicht als Kommunikationsthema erkannt haben, ist statistisch nicht erwiesen, aber: Aufgrund des Gesetzesentwurfs vom Stand August 2023 zu vermuten, dass es darauf hinausläuft.
Kommunikation wie Akteursbeteiligung sind Pflichtbestandteile der kWP
Die Anforderungen an die kommunale Wärmeplanung wie vom Gesetzgeber definiert legen den Schwerpunkt auf die Bestands- und Potenzialanalysen, die Definition von Zielszenarien und Entwicklungspfaden und die Erarbeitung des Strategie- und Maßnahmenkatalogs.
Da fließen viele Ressourcen rein gemessen an Euros für Dienstleister wie Ingenieursbüros. Jene sind selten auf Kommunikationskampagnen spezialisiert und dennoch: Die Kommunikation genauso wie die Akteursbeteiligung sind Pflichtbestandteile der kWP.
"Die Öffentlichkeitsarbeit ist mit maximal 5000 Euro brutto förderfähig."
Dabei ist die Öffentlichkeitsarbeit mit maximal 5000 Euro brutto förderfähig für die Kommunen. Im Umkehrschluss heißt das: Entweder die Kommune finanziert die externe Kommunikations-Expertise für PR-Büros zusätzlich aus der eigenen Kasse oder fährt einen minimalen Basisfahrplan und organisiert die wichtigsten Aufgaben selbständig.
Was sind diese wichtigsten Aufgaben? Pauschal nicht treffsicher zu beantworten, aber ein paar Eckpfeiler gelten überall, in kleinen wie mittelgroßen und großen Kommunen: Die Kommunikation sollte nicht als Einbahnstraße von der Stadtverwaltung an die Bürgerinnen und Bürger konzipiert sein, sondern auch dialogische Gesprächsangebote beinhalten, konkret: Dialogveranstaltungen in Präsenz und Online.
Kundennähe in der Kommunikation nutzen
Mit von der Partie der Kommunikation sollten auch die lokalen Stadtwerke beteiligt sein, da hier die Kundennähe besonders ausgeprägt und eine hohe Reichweite in den jeweiligen Kanälen gewährleistet ist.
Die Erfolgsfaktoren sind dabei der richtige Zeitpunkt (frühzeitig), plakativ und relevant für die Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger. Relevant ist, was die Menschen bewegt und was sie verstehen. Das klingt alles selbstverständlich, aber die Fehlerquellen lauern.
"Fachbrille absetzten"
Die kWP ist höchst komplex und mit Blick auf die ein oder andere Ingenieurs-Unterlage finden sich mehr Fachbegriffe als Zuschauer bei Wetten dass.
Da heißt es: Fachbrille absetzen und den Simplifizerungs-Filter aktivieren. Denn die Öffentlichkeitsarbeit kann nur dann auf fruchtbaren Boden fallen, wenn die Kernbotschaften verstanden werden und Interesse auslösen.
Auch ChatGPT kann helfen
Je nahbarer, umso besser gelingt das. Mein Tipp an der Stelle: Chat GPT oder Google Bard sind super Helferlein, sowohl für die Texterstellung als auch strategische Planungs-Aufgaben wie die Persona-Erstellung zur treffsicheren Zielgruppenansprache.
Wir brauchen mutige Kommunen, die in die passende Kommunikation investieren – ob mit KI, PR-Profis oder internen Ressourcen. Denn am Ende zählt nicht nur das, was geplant und gebaut wird, sondern auch, wie darüber gesprochen wird. (pfa)
