Jens Meier ist seit Januar 2020 Vorsitzender der Stadtwerke-Lübeck-Gruppe.

Jens Meier ist seit Januar 2020 Vorsitzender der Stadtwerke-Lübeck-Gruppe.

Bild: © Stadtwerke Lübeck

Von Hans-Peter Hoeren

Die strukturelle Neuausrichtung der Stadtwerke Lübeck trägt mittlerweile auch finanziell Früchte. "Durch den Abbau von Doppelstrukturen und die Einführung zentraler bereichsübergreifender Einheiten – so genannter Shared Services – konnten kaufmännische Aufgaben effizienter organisiert werden", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung Jens Meier auf ZfK-Anfrage. Insbesondere in den Bereichen Finanzen, Controlling und Gebäudemanagement habe ein gezieltes Prozess- und Performancemanagement zu Einsparungen und Erlössteigerungen mit einem ergebniswirksamen Effekt von jeweils rund 600.000 Euro geführt. Insgesamt sei so ein zusätzlicher Ergebnisbeitrag von vier bis fünf Millionen Euro pro Jahr erzielt worden.

Die Stadtwerke Lübeck hatten mit Beginn des Jahres 2023 einen neue Dachmarkenstrategie eingeführt, unter der alle Gesellschaften nun einheitlich unter der Marke "Stadtwerke Lübeck" gebündelt sind.

Die zusätzlichen Ergebnisbeiträge bildeten eine wichtige Basis, um die anstehenden Herausforderungen der Wärme-, Energie- und Mobilitätswende erfolgreich zu bewältigen, so Meier weiter. Ziel sei es, einen "validen Beitrag zu Klimaneutralität der Hansestadt Lübeck zu leisten“. Darauf sollen verschiedene laufende Projekte einzahlen, beispielsweise der Solarthermiepark Moisling, mit dem die Vergrünung der Fernwärme vorangetrieben wird. Hinzukomme unter anderem ein neues Batteriespeicherprojekt und die Digitalisierung des Stromnetzes. Im Mobilitätsbereich schreite die Elektrifizierung der Busflotte weiter voran – bis Ende 2026 sollen über 43 Prozent der Fahrzeuge bereits emissionsfrei unterwegs sein.

Open-Access-Partnerschaften und Smart-City-Projekte

Parallel dazu habe das Unternehmen seine Rolle als Digitalisierungspartner durch den Ausbau des Glasfasernetzes und den Aufbau eines dazugehörigen eigenen Vertriebs, Open Access Partnerschaften und die Umsetzung von Smart-City-Projekten gestärkt. Die Tochter "Stadtwerke Lübeck Digital" biete ihre Expertise in Form von neuen Beratungsangeboten auch auch anderen Städten und Kommunen erfolgreich an, heißt es weiter.

Das vergangene Geschäftsjahr hat die Stadtwerke-Lübeck-Gruppe mit einem Umsatz von 601 Millionen Euro (2023: 670 Millionen) und einem Jahresüberschuss von 0,8 Millionen Euro abgeschlossen. Der Gewinn fließt in das Eigenkapital. Die Stadt Lübeck als Hauptgesellschafter unterstützt die eigenen Stadtwerke zusätzlich ab dem Herbst durch eine Kapitaleinlage in Höhe von 13 Millionen Euro. Dadurch soll das Eigenkapital und die Liquidität ausgebaut werden. Einen entsprechenden Beschluss hierzu hatte die Bürgerschaft bereits im Frühjahr getroffen. Auch die Mobilitätssparte wird durch einen ertragswirksamen Zuschuss in Höhe von fünf Millionen Euro unterstützt.

Die Eigenkapitalquote im Konzern und in den Geschäftsfeldern liege aktuell stabil bei knapp 25 Prozent, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung. "Dies hat uns bei den letzten erfolgreichen Finanzierungsrunden mit den Banken sehr geholfen." Für die Jahre 2025 und 2026 habe man sich so einen konsolidierten Finanzierungsrahmen in Höhe von 215 Millionen Euro für alle Konzerngesellschaften zu attraktiven Konditionen sichern können. Der Finanzierungsbedarf in den Jahren 2025 bis 2029 liege bei insgesamt rund 600 Millionen Euro.

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