Rund 350.000 Haushalten bundesweit wird jedes Jahr laut Bundesnetzagentur der Strombezug wegen Zahlungsrückständen bei ihrem Energieversorger gesperrt. Rund die Hälfte der Fälle betrifft Kunden, die Grundsicherungsleistungen erhalten. Um Stromsperren zu vermeiden, arbeiten im baden-württembergischen Pforzheim seit 2013 Stadtwerke, Jobcenter und Jugend- und Sozialamt erfolgreich zusammen. Die Bilanz: In über 1000 Fällen haben einkommensschwache Kunden der SWP seitdem ihre Schulden vollständig abbezahlt.
Möglich macht dies eine Vereinbarung, die die ratenweise Rückzahlung der aufgelaufenen Stromschulden vorsieht. Diese wird beim Jobcenter, dem Jugend- und Sozialamt oder im Kundenzentrum der SWP abgeschlossen. Zugleich wird die Bedienung der laufenden Abschlagszahlungen sichergestellt. Die entsprechenden Beträge werden direkt aus den Grundsicherungsleistungen durch das Jobcenter oder das Jugend- und Sozialamt abgezweigt.
Win-Win-Situation für Stadtwerk und Kunde
Die Stadt spricht in einer Pressemitteilung von einer Win-Win-Situation für die betroffenen Kunden und die Stadtwerke: Die Durchführung der Stromsperre könne in der Regel abgewendet werden. Zudem entstehe durch die ratenweise Abzahlung der Schulden keine finanzielle Überforderung, die Eigenverantwortung der Betroffenen werde gestärkt. Für den Kommunalversorger sei gleichzeitig eine planbare und sichere Realisierung der Außenstände gewährleistet. (hoe)



