Die Wien Energie war in den vergangenen Tagen das Top-Thema in Österreichs Zeitungen.

Die Wien Energie war in den vergangenen Tagen das Top-Thema in Österreichs Zeitungen.

Bild: © Helmut Fohringer/APA/dpa

Die Stadt Wien spannt einen milliardenschweren Schutzschirm für ihre Stadtwerketochter Wien Energie. Vom 1. Mai an soll eine am 30. April auslaufende Kreditlinie in Höhe von zwei Milliarden Euro die bisherige Liquiditätsspritze des Bundes in gleicher Höhe ablösen. Letztere sei bis zum heutigen Tag nicht gebraucht worden, teilt die Stadt in einer Presseaussendung mit.

Der Wiener Schutzschirm soll zwei Jahre laufen und somit die kommenden beiden Heizperioden abdecken. Möglich sei eine Verlängerung um maximal ein weiteres Jahr. Branchenexperten gehen davon aus, dass sich die Situation auf dem Gasmarkt Mitte 2025 durch die Inbetriebnahme neuer Gasfelder weltweit entspannen dürfte.

Kurzfristiger Liquiditätsbedarf

Zusätzlich verhandelten die Wiener Stadtwerke mit einem Bankenkonsortium über weitere Kreditlinien in Milliardenhöhe, die bei Bedarf dem städtischen Schutzschirm vorgezogen werden sollen, heißt es weiter. Verwendet werden dürfe der Schutzschirm ausschließlich zur Absicherung von Energiegeschäften an der Energiebörse. Zudem dürfe die Wien Energie während der gesamten Laufzeit keinen Gewinn an ihre Muttergesellschaft, die Wiener Stadtwerke, ausschütten.

Wien Energie war auf dem Höhepunkt der Strompreisrallye Ende August in einen finanziellen Engpass geraten und musste die österreichische Bundesregierung kurzfristig um Liquiditätsstützen ersuchen. Hintergrund waren Sicherheitsleistungen für bereits vermarktete Energieprodukte in der Zukunft, die mit nach oben schießenden Strompreisen ebenfalls sprunghaft gestiegen waren. In den Tagen darauf dominierte der Versorger die Schlagzeilen in der Alpenrepublik.

Axpo, Fortum, Leipzig und Rheinenergie

Im selben Zeitraum sprangen etwa auch die Schweiz und Finnland ihren Energiekonzernen Axpo und Fortum mit milliardenschweren Krediten bei. Zudem stellte die Stadt Leipzig ihren Stadtwerken kurzfristig ein Gesellschaftsdarlehen zur Verfügung. Im Januar richtete ferner die Stadt Köln der Rheinenergie eine Kreditlinie von bis zu 400 Millionen Euro. Dabei handele es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme, betonten damals die Verantwortlichen. (aba)

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