Die Ostsee-Pipeline sei zu 94 Prozent fertig gestellt, heißt es seitens Gazproms.

Die Ostsee-Pipeline sei zu 94 Prozent fertig gestellt, heißt es seitens Gazproms.

Bild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Wintershall Dea verfolgt angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine keine zusätzlichen Projekte zur Förderung von Gas und Öl mehr. Zudem habe der Vorstand entschieden, die Finanzierung von Nord Stream 2 in Höhe von rund einer Milliarde Euro abzuschreiben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zahlungen nach Russland würden «grundsätzlich mit sofortiger Wirkung» eingestellt.

Bereits zuvor hatte Firmenchef Mario Mehren betont, dass durch den russischen Krieg gegen die Ukraine «das Fundament der Zusammenarbeit in den Grundfesten auf das Schwerste erschüttert worden sei». In den bestehenden Erdgas-Förderprojekten Juschno-Russkoje und Achimov in Sibirien bleibe das Unternehmen aber vertreten, hieß es in der Mitteilung. Die Förderprojekte versorgen demnach Europa mit Energie.

Uniper hält an Russlandgeschäft fest und verurteilt Einmarsch

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea ist an der Finanzierung der umstrittenen Pipeline Nord Stream 2 beteiligt, für deren Betrieb die Bundesregierung das Genehmigungsverfahren ausgesetzt hat.

Deutschlands größter Importeur von russischem Erdgas Uniper will an seinem Russland-Geschäft festhalten. Ein Sprecher des Energiekonzerns sagte der Düsseldorfer «Rheinischen Post»: «Uniper verurteilt aufs Schärfste den Einmarsch Russlands in die Ukraine, der eine Verletzung des Völkerrechts und der Prinzipien der UN-Charta darstellt. Krieg sollte niemals eine Lösung für ein Problem sein.»

"Versorgungssicherheit mit Gas und Strom sichern"

Gleichzeitig müsse man als Energieunternehmen weiterhin seiner Verantwortung gegenüber den Kunden gerecht werden, «indem wir dazu beitragen, die Versorgung mit Gas und Strom in Deutschland und Europa zu sichern». Auch habe man eine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. «Daher werden wir unser Geschäft in Russland weiter verantwortungsvoll betreiben. Bestehende Verträge zur Strom- und Gasversorgung in Russland und Europa, für die russische Gasimporte eine wesentliche Rolle spielen, werden wir einhalten.»

Knapp 5000 der insgesamt rund 11 500 Uniper-Beschäftigten arbeiten bei der russischen Tochtergesellschaft Unipro, an der Uniper zu rund 84 Prozent beteiligt ist. Uniper selbst gehört mehrheitlich zum finnischen Fortum-Konzern.

"Gas aus Russland fließt Stand heute vertragsgemäß"

Uniper sicherte der Bundesregierung seine Unterstützung zu: «Selbstverständlich können sich die westlichen Regierungen auf unsere Unterstützung verlassen.» Uniper sei mit seiner Expertise in den Bereichen Gasversorgung, -handel und -speicherung ein Teil der Lösung.

«Wir haben bereits Maßnahmen ergriffen, um eine diversifizierte und sichere Energieversorgung zu gewährleisten, die in Zukunft noch robuster werden wird», zitierte die «Rheinische Post» weiter. Zur Frage russischer Gaslieferungen nach Deutschland sagte der Uniper-Sprecher am Mittwochnachmittag der Deutschen Presse-Agentur dpa: «Stand heute fließt Gas vertragsgemäß.» (dpa/hoe)

 

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