MVV-Chef Georg Müller.

MVV-Chef Georg Müller.

Bild: © MVV Energie

Die Komplexität des Energiehandels nimmt weiter zu und damit auch der Bedarf an innovativen Produkten. Der Energieversorger MVV Energie tritt deshalb mit kundenorientierten Plattformlösungen, wie der Beschaffungsplattform MVV Stadtwärts, verstärkt als Dienstleistungspartner für Energieerzeuger und Stadtwerke auf. "Deshalb sehen wir neue Technologien wie Blockchain oder Big Data nicht als Bedrohung, sondern als Chance für uns und unsere Kunden", sagt MVV-Chef Georg Müller im Interview mit der ZfK.

"Energiewelt der Erneuerbaren effektiv und zeitgemäß zum Kunden bringen"

Auch im Bereich der Digitalisierung nimmt die Dynamik laut Müller kräftig Fahrt auf. "Die beginnende zweite Phase der Energiewende muss die Energiewelt der Erneuerbaren effektiv und zeitgemäß zum Kunden bringen", ist er überzeugt. Der Trend gehe dabei zu einer Energieversorgung, die dezentral und erneuerbar sei und in der Konsequenz zunehmend digital gesteuert werde.

"Es geht darum, mit neuen Impulsen die Kultur im Unternehmen so weiterzuentwickeln, dass wir die Chancen der Digitalisierung erkennen und nutzen können", betont der Vorstandsvorstizende des börsennotierten Mannheimer Energiekonzerns. Mantrahaft Stichworte zu wiederholen, sei darauf keine Antwort. Auch hier gehe MVV voran, um die mit dem Umbau des Energiesystems verbundenen Chancen zu nutzen.

"Verfolgen Big-Data-Ansätze auch bei thermischer Abfallverwertung"

Beispielsweise mit MVV Enamic und den innovativen, datenbasierten Energie- und Effizienzmangementlösungen für Geschäftskunden. "Big Data-Ansätze verfolgen wir im Betrieb und in der Instandhaltung unserer Kraftwerke, etwa bei der thermischen Abfall- und Biomasseverwertung", so Müller. Das gelte in gleicher Weise bei der Betriebsführung von erneuerbaren Anlagen oder auf dem Weg zu einem Smart Metering mit intelligenten Zählern zur Datenerfassung oder Gateways zur abgesicherten Kommunikation mit Marktteilnehmern und zur Visualisierung und Auswertung von Daten.









"Bei kommunalen Unternehmen gibt es alles aus einer Hand"

Wenig beeindruckt zeigte sich Müller indes vom Milliarden-Deal zwischen Eon und RWE und der damit einhergehenden Zerschlagung von Innogy.. "Wir konzentrieren uns auf unsere Stärken und unsere Weiterentwicklung",  bekräftigt Müller. Dabei setze man bewusst auf die Vorteile der kompletten Wertschöpfungskette des Geschäfts. "Kommunale Energieunternehmen genießen zu Recht in hohem Maße das Vertrauen der Menschen, denn sie kennen die Bedürfnisse und zukünftigen Herausforderungen ihrer Kommune, ihrer Bürger und der regionalen Wirtschaft. "Bei uns gibt es alles aus einer Hand."

MVV-Projekte in Großbritannien sind unabhängig vom Brexit zukunftssicher aufgestellt

Der MVV-Chef äußerte sich im Gespräch mit der ZfK auch zu den Auswirkungen eines möglicherweise harten Brexits auf das Auslandsengagement des Energieversorgers. "Wir bedauern die Entscheidung Großbritanniens für den Brexit, haben diese aber zu respektieren", versichert der Konzernchef. Die Projekte der MVV in Großbritannien seien so strukturiert, dass sie unabhängig von einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union gut und zukunftssicher aufgestellt seien.

"Dazu gehört, dass sie in britischen Projektgesellschaften geführt werden, sämtliche Projektverträge englischem respektive schottischem Recht unterliegen und währungskongruent, teilweise durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten finanziert sind". MVV gehört zu den ganz wenigen, mehrheitlich kommunalen Unternehmen, mit nennenswertem Auslandsgeschäft. Unter anderem betreiben die Mannheimer drei Kraftwerke in Großbritannien und planen zudem den Bau einer neuen Anlage als Ersatz für das bestehende Kraftwerk im schottischen Dundee. (hoe/hil)





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Was der MVV-Chef über die bisherige Energiepolitik der Großen Koalition denkt, warum für ihn Onshore-Wind die Schlüsseltechnologie der Energiewende darstellt und welches Geschäftspotenzial die Elektromobilität für seinen Konzern hat, erfahren Sie in der Oktoberausgabe der ZfK.

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