Susanna Zapreva, Chefin des Hannoverschen Energieversorger, gibt einen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte.

Susanna Zapreva, Chefin des Hannoverschen Energieversorger, gibt einen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte.

Bild: © Enercity AG

Corona hinterließ auch bei dem Hannoverschen Energieversorger Enercity seine Spuren, dies wurde bei der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz deutlich. Dennoch punktet das Unternehmen mit stark steigenden Absätzen, die für das Umsatzwachstum von 19 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro mitverantwortlich sind.

So machte der Stromabsatz mit 52,2 Prozent auf 14,6 Mrd. kWh einen deutlich Sprung nach oben. Auch der Erdgasabsatz kletterte um 23,2 Prozent auf 36,8 Mrd. kWh. Insgesamt befinde sich die Enercity AG auf einem guten Kurs, machte Susanna Zapreva, Chefin des Energieversorgers, bei der Pressekonferenz deutlich.

Jahresergebnis wird trotz Corona weiter angepeilt

Mit dem gestiegenen Umsatz wurde versucht, die geringeren Einnahmen zu kompensieren. "Denn unser Ziel ist weiterhin, das angepeilte Jahresergebnis einzufahren", betont Zapreva. Aktuell liege das Ergebnis mit acht Mio. Euro unter dem Plan, es solle aber im zweiten Halbjahr aufgeholt werden. Grundvoraussetzung seien jedoch die Corona-Entwicklungen, die schwer prognostizierbar seien.

Parallel dazu hält das Unternehmen an seinem Investitionsplan von drei Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren fest. Damit sollen vor allem die Wärmewende, die Telekommunikationssparte und die erneuerbaren Energien vorangetrieben werden.

Strategischer Ausblick: Kohleausstieg wird vorgezogen

Gleichwohl nutze die Aktiengesellschaft mit ihren rund 3000 Mitarbeitern die Corona-Zeit, um ihre Strategie zu überprüfen. Ein Ergebnis dessen ist der vorgezogene Kohleausstieg. Bis spätestens 2030 will der Versorger fossilfrei Strom und Wärme erzeugen. So wird 2025 im Kohlekraftwerk Stöcken der erste Block und 2030 der zweite Block stillgelegt.

Dabei möchte das Unternehmen nicht auf Erdgas als Übergangsbrennstoff umsteigen. Stattdessen wird auf einen Mix bestehend aus industrieller Abwärme, Altholz, Biomasse, Abfall und Großwärmepumpe zurückgegriffen, um die Energie nachhaltig zu erzeugen. Rund 500 Mio. Euro investiert das Unternehmen in das Vorhaben.

Neue Geschäftsfelder sind smart

Aber nicht nur mit Nachhaltigkeit wird das Portfolio geschärft. Im digitalen Bereich nimmt die Aktiengesellschaft immer mehr Fahrt auf. So entwickelt sie für die Sophienklinik und die Wohnungswirtschaft smarte Produkte, die Energie sparen und die Effizienz steigern. "Wir erzielen bei den beiden Kundengruppen sehr gute Fortschritte, die ebenso bei anderen Kunden möglich wären. Wir nehmen die große die Nachfrage wahr", skizziert Zapreva die Möglichkeiten der Expansion.

In diesem Kontext gab die Vorständin Einblicke über die Entwicklung von Lynqtech, der cloudbasierten Plattform, die vor einigen Monaten gestartet ist. Diese soll den Vertrieb von Energiedienstleistern verbessern. Der Grundversorgungsmarkt rund um Hannover sei an die neue Plattform angeschlossen. Es gebe Gespräche mit interessierten Energieversorgern, sie auch auf die Plattform zu bringen. Dementsprechend gehe die Strategie auf, so Zapreva. (gun)

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