Das Mannheimer Energieunternehmen MVV freut sich über eine gute Halbjahresbilanz.

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV freut sich über eine gute Halbjahresbilanz.

Bild: © MVV Energie AG

Der Ingolstädter Stadtrat hat in seiner Dezember-Sitzung beschlossen, den Konsortialvertrag mit der MVV Energie zu kündigen. Dieser sichert dem Mannheimer Energieversorger 48,4 Prozent der Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt zu.

Hätte der Stadtrat bis Jahresende nicht gehandelt, hätte sich der Vertrag automatisch um fünf Jahre verlängert. Stattdessen muss die MVV nun den Ingolstädter Kommunalbetrieben ihre Anteile zum Kauf anbieten.

Kaufpreis wohl mehr als 100 Mio. Euro

Der Kaufpreis ergibt sich aus einem im Vertrag von 2001 festgelegten Bewertungsmaßstab. Eine konkrete Summe ist noch nicht bekannt. Beobachter gehen von einer Zahl im dreistelligen Millionenbereich aus. Die Teilprivatisierung vor 20 Jahren soll der Stadt 116 Millionen Euro in die Kassen gespült haben. (Die ZfK berichtete.)

Noch ist offen, ob damit die Zusammenarbeit zwischen Ingolstadt und der MVV tatsächlich endet. Die fristgerechte Kündigung erlaube zunächst eine umfassende Prüfung und Bewertung des weiteren Vorgehens, teilt die Stadtverwaltung mit.

Drei Optionen

Sie nennt drei Optionen: die Übernahme aller Anteile und damit verbunden eine vollständige Rekommunalisierung der Stadtwerke, ein teilweiser Weiterverkauf der Anteile an einen neuen strategischen Partner oder eine Fortführung der Partnerschaft zu neuverhandelten Bedingungen mit der MVV.

Ein Beratungsunternehmen soll den Prozess begleiten. Die Prüfungsergebnisse und Bewertung der Möglichkeiten sollen dem Stadtrat dann zur Entscheidung vorgelegt werden.

"Kein Grund zur Klage"

Eigentlich war die Stadt bislang mit der Zusammenarbeit mit MVV Energie durchaus zufrieden. Auf ZfK-Anfrage betonte auch Oberbürgermeister Christian Scharpf im Oktober, dass es "keinen Grund zur Klage" gebe.

Allerdings versprachen neben den Grünen auch die Sozialdemokraten im Wahlkampf, die Anteile ganz oder teilweise zurückkaufen zu wollen. Sie stören sich daran, dass die Gewinne der Stadtwerke bislang fast zur Hälfte nach Mannheim abfließen und nicht mehr wie früher ausschließlich in die Ingolstädter Stadtkasse.

"Vertrauensvolle Partnerschaft"

Ein MVV-Sprecher kommentierte auf ZfK-Anfrage den Beschluss des Stadtrats nicht. Stattdessen hob er die "vertrauensvolle Partnerschaft" zwischen Ingolstadt und MVV hervor, dank derer sich die Stadtwerke zu einem "wirtschaftlich leistungsfähigen und nachhaltig auf die Zukunft des Energiesystems ausgerichteten Unternehmen entwickelt" hätten.

MVV: Weitere Zusammenarbeit in "bewährter Form"

"Wir werden daher die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Stadt und den Stadtwerken Ingolstadt gerne auch in den kommenden Jahren in der bewährten Form fortsetzen", schloss er. (ab)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper