Stadtwerke, die digitale Angebote bereit stellen, werden von Kunden und Bürgern als innovativer wahrgenommen. Dies gilt gerade auch für den Freizeitbereich. Das zeigt eine bundesweite Befragung der Energieforen Leipzig.
Mit einer digitalen Erweiterung des Leistungsportfolios könnten Stadtwerke eine Vielzahl ihrer Kunden positiv überraschen.
Hier können sich Bürger weitere digitale Dienste vorstellen
Mit Blick auf Fragestellungen wie „Sollte die Kommune/das Stadtwerk weitere Leistungen digital zur Verfügung stellen?“ und „Wie würde sich die Wahrnehmung verändern?“, antworteten 44,5 Prozent der Befragten, dass sie dies zukunftsgerichtet fänden und nicht von einem Stadtwerk erwartet hätten.
Neben dem bestehenden digitalen Angebot können sich 63 Prozent der Kunden bereits heute weitere digitale Dienste vorstellen, die sie gerne über das Stadtwerk beziehen würden respektive welche die Kommune anbieten sollte.
Zu den wesentlichsten Angeboten zählen hierbei vor allem der Erwerb von digitalen Parkscheinen (60 Prozent), die Möglichkeit der digitalen Terminvereinbarung (49,7 Prozent) oder die Einführung eines lokalen Payback-Systems (45,8 Prozent).
Angebote erhöhen auch die Arbeitgeber-Attraktivität
„Wir haben den Eindruck, dass der Bereich Freizeiteinrichtungen in Bezug auf digitale Angebote von Stadtwerken oft noch etwas stiefmütterlich behandelt wird“, sagt Tobias Frevel, Geschäftsführer der Energieforen Leipzig.
Dabei könne man gerade darüber, bei Kunden, aber auch in Zeiten des Fachkräftemangels bei potentiellen Arbeitnehmern punkten. „Es ist wichtig, sich dies bewusst zu machen“, so Frevel.
Einige Kommunalversorger denken über Reduzierung digitaler Angebote nach
Viele Stadtwerke hätten in den letzten beiden Jahren ihre Angebote stark digitalisiert. Einige würden aktuell jedoch darüber nachdenken, diese Angebote für Kunden und Bürger wieder zurückzunehmen.
Dies nahmen die Energieforen zum Anlass für die Befragung. Ziel war es herauszufinden, ob ein solches digitales Angebot an die Bürger/Kunden nicht langfristig eine positivere Wahrnehmung des Unternehmens bei den Bürgern erzielen könnte.
Befragt wurden 330 Bürger, die im Frühjahr/Sommer 2021 Freizeiteinrichtungen besucht haben. Gut zwei Drittel der Befragten waren zwischen 20 und 29 Jahren alt, mehr als ein Viertel zwischen 30 und 39 Jahren.
Immer mehr Kunden kaufen Eintrittskarten im Internet
Die Analyse ergab auch: Beim Kauf von Eintrittskarten für den Besuch von Konzerten, Theatern, Kletterparks und Freibädern nutzen 44 Prozent der Befragten fast ausschließlich das Internet. Lediglich 12,4 Prozent der Befragten tätigen dies fast immer an der Kasse vor Ort.
Von besonderem Interesse war der Anteil der Befragten, welche ein städtisches Angebot respektive Einrichtungen genutzt haben, die durch Stadtwerke betrieben werden. 70 Prozent der Teilnehmer konnten hierbei eine eindeutige Zuordnung zu einem Stadtwerk vornehmen.
Darüber hinaus wird positiv hervorgehoben, dass für die Mehrzahl der Kunden (insgesamt 69 Prozent) bereits ein digitales Angebot bestand. Einem Viertel der Befragten wurde jedoch keine Option für einen digitalen Ticketkauf zur Verfügung gestellt.
Wie waren die Kundenerlebnisse?
Bei der großen Mehrheit von 82,4 Prozent der Befragten waren die digitalen Kaufprozesse reibungslos respektive einfach zu durchlaufen. 67 Prozent der Kunden gab an, dass sie das Angebot zum Kauf digitaler Eintrittskarten wieder nutzen würde. (hoe)
