Check24 und Verivox bekommen Konkurrenz.

Check24 und Verivox bekommen Konkurrenz.

Bild: © dpa

Das Vergleichsportal Preisvergleich.de wechselt den Besitzer. Die Get AG hat ihre Marke an die Synatix Unternehmensgruppe verkauft, welche auf Vergleichsportale spezialisiert ist. Für die Übernahme wurde laut den beiden Unternehmen ein Kaufpreis im mittleren siebenstelligen Euro-Bereich vereinbart. Die Get AG bleibe Preisvergleich.de als strategischer Partner und Lieferant energiebezogener Daten erhalten, hieß es.

"Stärkster Herausforderer für digitale Vertragswechsel"

Mit der Integration des Portals will sich Synatix mit einem schlagkräftigen Portfolio als unabhängiger Herausforderer auf dem deutschen Markt für Online-Vergleichsportale positionieren. Produktgebern aus den Bereichen Energie, Telekommunikation, Versicherungen, Finanzen und Shopping stünde damit ab sofort eine weitere starke Vertriebsplattform und ein strategisch bedeutender Distributionspartner zur Verfügung.

Das Duopol ist nicht unantastbar.

Fabian Simon

Geschäftsführer Synatix Gruppe

"Der deutsche Vergleichsmarkt schien jahrelang zementiert", sagt Fabian Simon, Gründer und Geschäftsführer der Synatix Gruppe. "Mit dieser Transaktion bringen wir nun den stärksten unabhängigen Herausforderer für Check24 und Verivox in Stellung. Das Duopol ist nicht unantastbar."

Synatix sichere sich operative und strategische Vorteile, die ab sofort genutzt würden. So werde durch die Bündelung der Portale eine Vielzahl von Bestandskunden zusammengeführt. Zudem sollten durch die erhöhte Sichtbarkeit neue Kundenschichten und Cross-Selling-Potenziale erschlossen werden.

Bereits im Energievergleich tätig

"Energie gehört bereits seit vielen Jahren zu unseren Kernbereichen", erläutert Ronny Blochwitz, Geschäftsführer der Synatix Energievergleichsportale. Zusammen mit Dennis van der Zwaag übernimmt er die Geschäftsführung von Preisvergleich.de. Zur Synatix Gruppe gehören bisher unter anderem Stromvergleich.de und Gasvergleich.de sowie weitere spezialisierte Angebote im Energiemarkt.

"Wir verfügen damit sowohl über technologische und vertriebliche Expertise als auch über mehrjährige Erfahrung im Bereich Energie", erklärt Blochwitz. In diesem Bereich könne Synatix nun wertvolle Synergien mit Preisvergleich.de bilden.

Kooperation mit Energieversorgern ausbauen

"Der Energiemarkt bietet aus unserer Sicht noch enormes Potenzial", so Blochwitz. Ein großer Teil der Haushalte vergleiche seine Strom- und Gastarife bislang nicht regelmäßig, entsprechend sei noch ein starkes Wachstum möglich. "Preisvergleich.de verfügt ferner bereits über langjährige Kooperationen mit zahlreichen Energieversorgern, die wir weiter ausbauen wollen", sagt der Vergleichsportal-Chef.

Bild: ©Synatix GmbH

Der Energiemarkt bietet aus unserer Sicht noch enormes Potenzial.

Ronny Blochwitz

Geschäftsführer Preisvergleich.de

Ziel der Unternehmensgruppe sei es, Preisvergleich.de in den kommenden Jahren zu einer der führenden unabhängigen Plattformen für digitale Verbraucherentscheidungen auszubauen. "Wir wollen insbesondere Reichweite, vermittelte Vertragsabschlüsse und die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden deutlich steigern", so Blochwitz.

Die bestehenden Bereiche Energie, Telekommunikation, Versicherungen, Finanzen und Shopping sollen weiterentwickelt werden; perspektivisch könnten weitere Kategorien hinzukommen. "Unser Ziel ist ein nachhaltiger und profitabler Wachstumspfad und eine klare Positionierung für die Plattform", sagt der Geschäftsführer.

Get AG bleibt Lösungsanbieter für Energiewirtschaft

Preisvergleich.de wurde 1998 von der Unister-Gruppe in Leipzig gegründet und als Wettbewerber zu prominenten Vergleichsportalen aufgebaut. Nach der Unister-Insolvenz übernahm das Energie-Informationsunternehmen Get AG das Portal.

Bisher gehörte Preisvergleich.de dem Energiedatenunternehmen Get AG.Bild: Screenshot

Die Get AG betreibt nun selbst kein Vergleichsportal mehr. "Allerdings sind wir auch künftig Lieferant energiebezogener Daten für Synatix als den neuen Betreiber von Preisvergleich.de", erklärt ein Sprecher. "Und wir bieten Stadtwerken und Lieferanten alles, was man für erfolgreichen Energievertrieb benötigt – also auch weiterhin Daten, Tools und Services zur Marktanalyse und zur Tarifkalkulation, die neben anderen Vertriebskanälen auch den Onlinevertriebskanal der Vergleichsportale abdecken und adressieren." Wer also für ein Vergleichsportal wie Preisvergleich.de Strom- oder Gastarife wirtschaftlich sowie wettbewerbsorientiert kalkulieren und dort konkurrenzfähig platzieren will, sei in dieser Hinsicht nach wie vor bei der Get AG an der richtigen Adresse.

KI und Vergleichsportale

Eine aufkommende Herausforderung für Vergleichsportale ist derzeit die Konkurrenz durch KI-Sprachmodelle. Bereits etwa jeder sechste Energiekunde kann sich vorstellen, einen KI-Bot als Tarif-Navigator einzusetzen. Das zeigt die neue Vertriebskanalstudie Energie von Kreutzer Consulting und Nordlight Research. Somit könnten die Vergleichsportale perspektivisch an Kundschaft verlieren.

"Die Entwicklung hin zu agentischer KI wird dazu führen, dass ein Teil der Nutzerinnen und Nutzer Vergleiche künftig über LLMs wie ChatGPT startet", sagt Blochwitz. "Darauf sind wir vorbereitet und werden Preisvergleich.de so weiterentwickeln, dass unsere Angebote auch über solche Systeme zugänglich werden." Gleichzeitig glaubt das Unternehmen nicht, dass KI klassische Vergleichsportale vollständig ersetzen werde. "Wie schon bei E-Commerce oder Smartphone-Apps werden neue Kanäle hinzukommen, bestehende aber nicht verschwinden", sagt er. "Unser Ziel ist deshalb, Preisvergleich.de über alle relevanten Zugangswege verfügbar zu machen."

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