Die Stadt Ahrensburg im südlichen Schleswig-Holstein ist nach dem gleichnamigen Wasserschloss benannt.

Die Stadt Ahrensburg im südlichen Schleswig-Holstein ist nach dem gleichnamigen Wasserschloss benannt.

Bild: © Adobestock

Wegen signifikanter Kundenverluste und höherer Beschaffungskosten für Strom und Gas im vergangenen Geschäftsjahr weisen die Stadtwerke Ahrensburg für 2025 ein Defizit von rund 985.000 Euro aus. Der Ergebniseinbruch ist deutlich: Im Vorjahr hatte das kommunale Unternehmen noch einen Gewinn von 5,2 Millionen Euro erwirtschaftet – vor allem dank deutlicher Zugewinne im Neukundengeschäft außerhalb des eigenen Versorgungsgebietes.

Die Gewinne aus den Energiesparten reichten 2025 nicht mehr aus, um die Verluste im Bäderbereich und in der Glasfasersparte vollständig zu kompensieren, heißt es im testierten Prüfungsbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Göken, Pollak und Partner von Ende Mai dieses Jahres. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 stieg hingegen leicht auf 40,9 Millionen Euro.

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Defizit im Stromvertrieb

In der wichtigsten Vertriebssparte, dem Gasvertrieb, ging das Ergebnis auf 2,9 Millionen Euro zurück (2024: 7,3 Millionen Euro). Im Stromvertrieb entstand ein Defizit von 987.000 Euro, nachdem im Vorjahr noch ein positives Ergebnis von 1,14 Millionen Euro erzielt worden war. Der Gasabsatz ging um 14,8 Gigawattstunden (GWh) auf 212 GWh zurück.

"Die Gasvertriebsziele wurden aufgrund des enormen Wettbewerbs nicht erreicht", heißt es in dem Lagebericht. Die Vertriebspreise hätten nicht mit den Marktpreisen mithalten können. Gleichzeitig seien die Kunden preissensibler geworden und teilweise auch Energieverbräuche zurückgegangen. Zur Sicherung der Kundenbeziehungen war daher vielfach ein Wechsel in margenärmere Tarife erforderlich gewesen. Der Rohertrag in der Gassparte pro verkaufte Kilowattstunde sank um knapp einen Cent, während die Gasbezugskosten hingegen um über zwei Cent auf 7,56 Cent pro kWh stiegen.

Elmar Burgard ist seit Anfang Juli Geschäftsführer der Stadtwerke Ahrensburg in der Metropolregion Hamburg.Bild: © Fotostudio Lichtliebe Volksdorf/Stadtwerke Ahrensburg

Die Stadtwerke Ahrensburg hatten in den Jahren 2022 bis 2024 sehr gute Beschaffungsergebnisse.

Elmar Burgard

Seit 1. Juli Geschäftsführer der Stadtwerke Ahrensburg

"Die Stadtwerke Ahrensburg hatten für die Jahre 2022 bis 2024 sehr gute Beschaffungsergebnisse und konnten in dieser Zeit auch mehrere Tausend Kunden hinzugewinnen, insbesondere außerhalb des eigenen Versorgungsgebiets", erklärt Geschäftsführer Elmar Burgard gegenüber der ZFK.

Die Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres zeige jedoch, dass Absatz- und Kundenwachstum allein kein ausreichender Maßstab für den wirtschaftlichen Erfolg seien. Künftig sollen deshalb Neukundenaktivitäten – insbesondere außerhalb des eigenen Versorgungsgebietes – stärker an der Werthaltigkeit der Kundenbeziehung und ihrem nachhaltigen Ergebnisbeitrag ausgerichtet werden.

Stadt stärkt Liquidität durch Bürgschaft

"2026 bleibt für die Stadtwerke wirtschaftlich anspruchsvoll. Wir arbeiten konsequent daran, bestehende Ergebnisbelastungen zu reduzieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung zu schaffen", so Burgard.

Die Liquidität der Stadtwerke wurde Ende April durch eine Bürgschaft der Stadt über fünf Millionen Euro gestärkt. Damit verfügt das Unternehmen laut Burgard über den notwendigen Handlungsspielraum für die anstehenden Aufgaben. Die Eigenkapitalquote liegt bei über 42 Prozent.

"Dazu gehört auch, das Fernwärmeprojekt Reeshoop technisch und wirtschaftlich weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen für eine tragfähige Investitionsentscheidung zu schaffen. Mittelfristig gehen wir davon aus, die Stadtwerke wieder zu positiven Ergebnissen führen zu können", erklärt der neue Geschäftsführer. Burgard leitet die Stadtwerke seit dem 1. Juli. Seit Mitte Juli wird er von Sven Braukmüller als kaufmännischem Leiter des Unternehmens unterstützt.

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