Inzwischen wurde bei drei Mitarbeitern das Corona-Virus positiv nachgewiesen.

Inzwischen wurde bei drei Mitarbeitern das Corona-Virus positiv nachgewiesen.

Bild: © peterschreiber.media/AdobeStock

Forscher und Behörden wollen im Berchtesgadener Land mit der Analyse von Corona-Viren im Abwasser ein Frühwarnsystem für den Pandemieverlauf installieren. An zehn Messstellen im Landkreis sollen dazu bei dem Pilotprojekt Proben ausgewertet werden, teilte das Landratsamt mit.

Erstmals würden damit in Deutschland flächendeckend Abwasserproben analysiert. Durch die Korrelation mit den Einwohnerzahlen und bestätigten Corona-Fällen sollen sie Aufschluss über das Infektionsgeschehen geben. Viele infizierte Menschen entwickelten wenig oder kaum Symptome, könnten das Virus aber unbemerkt an Risikogruppen weitergeben, hieß es.

TU München und TZW dabei

Wissenschaftler suchten nach Frühwarnsystemen zum Schutz der Bevölkerung. Ziel ist es, das Infektionsgeschehen früher zu erkennen – und früher darauf reagieren zu können. An einem solchen System forsche die TU München mit dem Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe und Epidemiologen der Bundeswehr nun im Landkreis Berchtesgadener Land.

Virusnachweise im Abwasser gab es schon vor vielen Monaten. Auf Basis entsprechender Analysen vermuteten Forscher etwa, dass der Erreger in Italien früher zirkulierte als angenommen. Spuren waren in Abwasserproben aus Mailand und Turin entdeckt worden, die aus dem vergangenen Dezember stammten.

Virenfracht wird gemessen

Forscher aus Aachen und Frankfurt hatten im Sommer eine Methode zur Überwachung von Corona-Infektionen über das Abwasser entwickelt. Die gemessene Virenfracht einer Anlage erlaube Rückschlüsse auf die Anzahl der mit Covid-19 infizierten Menschen im Einzugsgebiet, teilte die RWTH Aachen damals mit. Die Sensitivität reiche aus, um als Frühwarnsystem anzuzeigen, ob der Inzidenz-Wert von 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten werde. (dpa/hp)

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