Die Stadtwerke Delmenhorst (SWD) reagieren auf die veränderten Rahmenbedingungen für die Klärschlammentsorgung. Die Klärschlammentsorgung Nordwestdeutschland (KENOW) wird den Klärschlamm aus der Delmenhorster Kläranlage ab Mitte 2022 in der geplanten Bremer Monoverbrennungsanlage thermisch verwerten. Die Monoverwertungsanlage läuft energieautark und wird an das Fernwärmenetz angeschlossen. In den Jahren 2020 und 2021 geht der Klärschlamm aus Delmenhorst noch in die thermische Mitverwertung in Bremen, heißt es in einer Pressemitteilung der SWD.
8.000 Tonnen Klärschlamm aus Kläranlage
Der Vertrag zwischen den Stadtwerken Delmenhorst und KENOW läuft über mindestens zehn Jahre. Er berücksichtigt auch die gesetzlich geforderte Phosphorrückgewinnung. Der Vertrag mit dem bisherigen Entsorger der Stadtwerke läuft Ende des Jahres aus. In der Kläranlage der SWD fallen jedes Jahr bei der Behandlung des Abwassers rund 8.000 Tonnen Klärschlamm an. Dieser wurde in der Vergangenheit als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Dieses Prozedere wird künftig aufgrund der Vorgaben der im Jahr 2017 novellieten Klärschlammverordnung angepasst werden müssen . Das Regelwerk sieht vor, dass große Kläranlagen den Klärschlamm nur noch bis 2029 respektive 2032 bodenbezogen verwerten dürfen.
Kurze Transportwege
Ab dann wird eine thermische und ressourcenschonende Verwertung samt Phosphorrückgewinnung in einer thermischen Anlage vorgeschrieben. Diese Übergangsfristen wollte die SWD aber nicht abwarten. Daher hat sie nach eigenen Angaben bereits seit 2017 den Klärschlamm thermisch entsorgt. SWD-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen zeigte sich bei der Vertragsunterzeichnung erfreut und betonte die Regionalität. Kurze Transportwege seien ebenso gewährleistet wie die Tatsache, dass der Klärschlamm dort verbrannt werde, wo er auch wärmetechnisch genutzt werden könne. (hoe)


