Städtische Regenrückhaltebecken können die biologische Vielfalt erhalten: wenn sie naturnah gestaltet werden. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Untersuchung, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mitteilte. Regenrückhaltebecken sollen die Hochwassergefahr in Siedlungsgebieten senken, doch sie können mehr als das.
Lisa Holtmann analysierte und verglich die Vielfalt der Pflanzenarten an 35 Regenrückhaltebecken und 35 Kontrollgewässern in und um Münster (Westfalen) herum. Die Untersuchungsergebnisse ihrer Doktorarbeit belegen, dass im Wasser lebende, salztolerante und gefährdete Pflanzen an den Becken in höheren Artenzahlen vorkamen als an den Kontrollteichen, die teilweise sogar extra zu Artenschutzzwecken angelegt worden waren.
Wieso ist das so?
Entscheidend für eine höhere Pflanzenvielfalt sind nach Ansicht der Forscher vor allem kommunale Pflegemaßnahmen: Um optimalen Hochwasserschutz zu erreichen, werden alle paar Jahre die Sträucher und Bäume am Ufer beschnitten und die Teiche entschlammt. Die niedrige Krautschicht wird in der Regel jedes Jahr im Winter geschnitten. Dieses Eingreifen schaffe offenen Boden und lasse Licht an die dort vorhandenen Samen, die dann auskeimen und wachsen können.
"Heutzutage gehört der Schutz der Artenvielfalt neben dem Klimaschutz zu den größten Herausforderungen. Auf kommunaler Ebene bieten sich gute Chancen beim Management von Regenrückhaltebecken", sagt Volker Wachendörfer, Fachreferent Naturschutz bei der DBU. Bei der Anlage und Pflege von Regenrückhaltebecken sollten Belange des Biodiversitätsschutzes zukünftig verstärkt berücksichtigt werden. (gun)



