Die Gelsenwasser AG schließt mit der EasyMining Sweden AB und ihrer Tochter EasyMining Germany GmbH einen Vertrag über die Verwendung des patentierten "Ash2®Phos"-Verfahrens zur gemeinsamen Erschließung des deutschen Markts für Phosphor-Recycling aus Klärschlammasche.
Vorrangiges Ziel sei nach eigenen Angaben die weltweit erstmalige großtechnische Anwendung des Verfahrens durch den Bau und Regelbetrieb einer Demonstrationsanlage in einem Chemiepark, teilt Gelsenwasser mit. In diesen seien die für das Verfahren erforderlichen Basischemikalien vorhanden.
30.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr in Testphase
Die Ausbaugröße der ersten Phosphor-Recyclinganlage wird zunächst für die Behandlung von 30.000 Tonnen Klärschlammasche pro Jahr bemessen sein. Die Erfahrungen mit dieser Anlage sollen Hinweise zur Optimierung des Prozesses geben.
Eine Ausweitung des Konzepts auf andere Chemieparks in Deutschland innerhalb der nächsten zehn Jahre ist beabsichtigt. Die ersten vorbereitenden Schritte zur Realisierung der Demonstrationsanlage werden bereits unternommen.
Hintergrund: Phosphor-Rückgewinnung wird Pflicht
Die Phosphor-Rückgewinnung ist ab 2029 bzw. 2032 in Deutschland in Kläranlagen ab 100.000 bzw. 50.000 Einwohnerwerten Pflicht. Aktuell werden in der Europäischen Union ca. 90 Prozent des für Düngezwecke in der Landwirtschaft benötigten Phosphors importiert.
Klärschlamm enthält große Mengen Phosphor, die Möglichkeit zur landwirtschaftlichen Verwertung endet jedoch in naher Zukunft. Durch Veraschung und anschließende Anwendung des Ash2®Phos-Verfahrens an den Aschen kann der im Klärschlamm enthaltene Phosphor dennoch nutzbar gemacht werden. (gun)



