Zum Schutz der Gewässer baut Hamburg Wasser das städtische Sielnetz gezielt aus. Dazu gehört auch ein Innenstadt-Entlastungsprogramm. Dieses Programm konnte Hamburg Wasser mit der Inbetriebnahme des neuen Bismarcksiels nun vollenden. Der parallel laufende Isbekekkanal profitiert davon in erheblichem Maße. Für das Innenstadt-Entlastungsprogramm hat Hamburg Wasser in den letzten zehn Jahren rund 85 Mio. Euro investiert. Durch den Neubau von 6,2 Kilometern Transport- und Speichersielen sind 17.600 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen entstanden.
Das Hamburger Innenstadt-Entlastungsprogramm ist das jüngste Projekt in einer Reihe größerer Gewässerschutzprogramme, die Hamburg Wasser seit den 1990er Jahren umgesetzt hat. Das Hamburger Sielnetz wurde dabei gezielt ausgebaut, um Alster, Elbe und Bille besser vor Überläufen aus der Kanalisation zu schützen. Insgesamt hat das kommunale Versorgungsunternehmen 695 Mio. Euro in den Schutz der Gewässer auf dem Gebiet der Hansestadt investiert und insgesamt 215.200 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen geschaffen.
Leroy und Kerstan zeigen sich zufrieden
Der Senator für Umwelt und Energie, Jens Kerstan, zeigt sich sehr zufrieden: „Der Ausbau unserer Sielnetze bedeutet Gewässerschutz und Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor überlaufenden Kellern und Straßen. Die Anpassung an den Klimawandel in einer Großstadt ist hier, ähnlich wie beim Hochwasserschutz, zu besichtigen. Die Klimaprognosen unterstreichen, dass wir unsere Stadt klug und weitsichtig an die Veränderungen anpassen müssen. Bei diesem Projekt ist das erfolgreich geschehen. Dazu gratuliere ich Hamburg Wasser sehr herzlich.“
Die Geschäftsführerin von Hamburg Wasser, Nathalie Leroy, bestätigt: „Mit dem Abschluss des Innenstadt-Entlastungprogramms haben wir unseren Teil geleistet, um Hamburg mit seiner wachsenden Bevölkerung an den Klimawandel anzupassen. Die Erweiterung und der Werterhalt unseres Sielnetzes sind wesentliche Maßnahmen, um für Überflutungsschutz und saubere Gewässer zu sorgen.“
Neuer Umgang mit dem Regenwasser
Der Ausbau der Hamburger Siele ist daher nur ein kleiner Baustein beim Regenwassermanagement. Die Entwicklung von Hamburg zur „Schwammstadt“ ist das langfristige Ziel. Technisch gesehen soll der Regen möglichst gar nicht erst in die Siele gelangen. Regenwasser soll stattdessen im Boden gespeichert und langsam wieder abgegeben werden. Erreicht werden soll dies durch den Einsatz versickerungsfähiger Materialien, von Gründächern, begrünter Fassaden, Mulden und Teichen. Kurzgefasst streben die Hamburger einen möglichst naturnahen Wasserhaushalt an. (sig)



