Bild: © Petra Schmidt/Pixelio

Die Sammlung und Behandlung von Abwasser in den Klein- und Großstädten Europas hat sich insgesamt verbessert, jedoch in unterschiedlichem Maße in den einzelnen Mitgliedstaaten. Das geht aus dem 10. Bericht über die Umsetzung der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser hervor, den die Kommission am Donnerstag veröffentlicht hat. Der Bericht ist Teil der Null-Schadstoff-Bemühungen der Kommission und geht der Nachhaltigkeitsstrategie für Chemikalien voraus, die in den kommenden Wochen angenommen wird.

Der für Umwelt, Meere und Fischerei zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevičius erklärte: „Dieser Bericht bestätigt, dass sich die Sammlung und Behandlung von Abwasser in der gesamten EU verbessert. Allerdings wurden nicht gleichmäßig Fortschritte erzielt, und in einigen EU-Mitgliedstaaten muss die Abwasserinfrastruktur besser geplant und finanziert werden.“

Was noch zu tun bleibt

Aus dem Bericht geht hervor, dass 95 Prozent des Abwassers in der EU gesammelt und 88 Prozent biologisch behandelt werden. Auch wenn der Trend positiv sei, bleibe noch einiges zu tun – ein Prozent des kommunalen Abwassers werde noch immer nicht gesammelt und über sechs Prozent werden nicht ausreichend gereinigt, um die Anforderungen an die biologische Zweitbehandlung zu erfüllen.

Das derzeitige Investitionsniveau in vielen Mitgliedstaaten sei zu gering, um die Einhaltung der Richtlinie langfristig und dauerhaft zu erreichen. Mehrere Klein- und Großstädte in der EU müssten ihre Infrastruktur für die Abwassersammlung noch aufbauen oder modernisieren sowie moderne Behandlungsanlagen einrichten.

Investitionen aus dem Europäischen Aufbauplan

Eine kürzlich veröffentlichte OECD-Studie vermittelt der Europäischen Union ein klares Bild von Investitionslücken. Die Kommission wird mit den betreffenden Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, sodass diese die vom neuen mehrjährigen Finanzrahmen und vom Europäische Aufbauplan gebotenen Möglichkeiten optimal nutzen und die Behandlung und Entsorgung von Abwasser priorisieren.

Der Bericht deckt über 23.500 Klein- und Großstädte in der EU ab, die in den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen und in denen Menschen und Industrie mehr als 610 Mio. Einwohnerwerte (EW) an Abwasser pro Jahr erzeugen. Das sind rund 490 Mio. Badewannen pro Tag.

Aktualisierung der Richtlinie geplant

Im Jahr 2019 wurde eine Bewertung der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser veröffentlicht, die zu dem Schluss kam, dass die Richtlinie insgesamt ihren Zweck erfüllt, aber noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Kommission hat deshalb eine Folgenabschätzung eingeleitet, um verschiedene politische Optionen zur Aktualisierung der Richtlinie zu bewerten.

Unter anderem soll nach Möglichkeiten für den Umgang mit Kontaminanten, die Anlass zur Besorgnis geben (wie Arzneimittel und Mikroplastik), gesucht und die Frage geprüft werden, ob eine regelmäßige Abwasserüberwachung die EU bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie oder der Vorsorge für ähnliche Krankheiten unterstützen kann. Diese Folgenabschätzung wird eine beträchtliche Zahl von Konsultationen mit den einschlägigen Interessenträgern umfassen. (hp)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper