Aufbereitunsanlage von Hessenwasser

Aufbereitunsanlage von Hessenwasser

Bild: © Boris Roessler/dpa

Dass sich Covid-19-Viren im Abwasser befinden, ist schon lange bekannt. Viele Forscher weltweit sind derzeit dabei, auf Basis von Proben Frühwarnsysteme für Ausbrüche zu entwickeln. Bislang gingen die meisten Experten aber davon aus, dass die Virenlast im Abwasser nicht zu einer Infektionsquelle werden kann.

Einer Meldung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zufolge sollte aber darauf mehr Aufmerksamkeit gelegt werden. Die Verbreitungs- und Übertragungsrisiken über das Abwasser seien unklar. Internationale Wissenschaftler unter Beteiligung des KIT haben deshalb das Potenzial dieser Risiken dargestellt und eine gezielte Überwachung und Kontrolle empfohlen.

Weitere Risikofaktoren

„Übereinstimmende Erkenntnisse aus der aktuellen Pandemie, früheren Ausbrüchen durch andere SARS-CoV-Erreger und kontrollierten Experimenten deuten darauf hin, dass die Viren mehrere Tage lang im Abwasser verbleiben und so zum potenziellen Gesundheitsrisiko werden können“, sagt Harald Horn vom Engler-Bunte-Institut | Wasserchemie und Wassertechnologie des KIT. „Das Risiko verstärkt sich in Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und schlechter Sanitär- und Wasserinfrastruktur.“

Die konventionelle Abwasserbehandlung entferne die SARS-CoV-Erreger nur teilweise, eine sichere Beseitigung hänge aber von der Wirksamkeit der abschließenden Desinfektion ab. „Das bedeutet, dass die Abwassereinleitung und -wiederverwendung ohne vorherige Desinfektion ein potenzieller Übertragungsweg für SARS-CoV2 sein könnte“, so Horn.

Desinfektion von Abwässern

Die Wissenschaftler empfehlen als eine Komponente zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine Risikobewertung und ein einheitliches Risikomanagement, das auch die Desinfektion von Abwässern beinhalten kann. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung haben sie in Nature Sustainability veröffentlicht. (hp)

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