Vor Kurzem hat SAP das Wartungsende von SAP IS-U auf Ende 2027 verschoben und das Zeitfenster für die Transformation auf S/4HANA Utilities erweitert. „Dieser Aufschub hat zeitlich nur einen geringen Einfluss auf die Planung der S/4HANA Transformationsprojekte bei den Energieversorgungsunternehmen. Zusammen mit der S/4HANA Core Umstellung ist das Vorhaben in der Gesamtsicht immer noch zeitlich herausfordernd. Viele Unternehmen sind daher bereits mit Ihren S/4HANA Transformationsvorhaben gestartet oder stehen kurz davor“, stellt Heiko Scholz, Bereichsleiter bei der Cronos Unternehmensberatung fest.
Scholz führt weiter aus: „Ein Projekt dieser Größenordnung muss sauber vorbreitet und viele relevante Fragestellungen müssen vorab geklärt werden. Architekturfestlegungen, Optimierungsmaßnahmen, Ablösung von Eigenentwicklungen durch S/4HANA-Standard-Funktionalitäten und nicht zuletzt die Projektmethodik (Greenfield/Brownfield) sind solche Aspekte. Beim Greenfield Ansatz – auf der grünen Wiese – wird alles neu aufgebaut und eine Migration der Daten ist unumgänglich. Auch bei einem Brownfield Ansatz - die bestehende Applikation wird in weiten Teilen übernommen – wird in den meisten Fällen eine Migration erforderlich sein“. Es schließt sich die Frage an, in welcher Form eine Datenmigration durchgeführt werden sollte.
Standard Transaktionen vs. Kopie auf Tabellenebene?
Es gibt hier zum einen den erprobten SAP IS-U Standard Emigall und zum anderen eine Vielzahl von neuen individuell gebaute Tabellenkopiertools, die für die SAP IS-U Migration angeboten werden.
"Grundsätzlich besteht eine Migration immer aus den Schritten „Extraktion“, „Transformation“ und „Laden/Importieren“, erklärt Scholz. Der Export und die Transformation der Daten erfolgt bei beiden Migrationsformen (Tool auf Basis Emigall und Tabellenkopiertool) immer über individuelle Datenextraktionsprogramme. Der Unterschied der Tools liegt in der Methode des Datenimports in das Zielsystem: Bei Tools auf Basis Emigall werden die SAP IS-U Standard Transaktionen für den Import verwendet und die Daten beim Import über die Business Logik der Standard Transaktionen validiert. Bei der Migration per Kopie auf Tabellenebene werden die Daten beim Import über individuelle Programme an der Business Logik vorbei direkt in die Tabellen der S/4 HANA Utilities Datenbank geschrieben.
Vorteile der transaktionsorientierten Migration
Aus Sicht von Scholz ist die transaktionsorientierte Migration auf Basis von Emigall im Vergleich zu einer Migration auf Datenbank- bzw. Tabellenebene die eindeutig bessere Variante. Die Gründe: „Sie minimiert die Risiken der sehr komplexen SAP IS-U-Migration in zwei wesentlichen Aspekten. Zum einen sind Fehler ausgeschlossen, die durch ein individuelles und mitunter unausgegorenes Tool entstehen können, da der Reifegrad dieses SAP-Standardwerkzeugs Emigall sehr hoch ist. Zum anderen ist die Prozessierbarkeit der Daten im Zielsystem durch den Emigall-Einsatz abgesichert, da die Daten durch den Transaktionsansatz bereits plausibilisiert sind. Das Datenmodell des SAP IS-U ändert sich in Richtung S/4HANA nicht, daher ist Emigall als Basis für den Datenimport weiterhin nahezu alternativlos. Auch die Herausforderungen einer selektiven Migration und einer kurzen Downtime wurden mit diesem Ansatz bereits gelöst “, begründet Scholz.
Auch SAP selbst rät von einer rein tabellenorientierten Migration ab: „Durch das zugrundeliegende relationale Datenmodell des SAP-Systems und der darin begründeten erheblichen Komplexität kann das Migrationsverfahren nicht tabellenorientiert ablaufen, sondern muss in einer geeigneten Weise zusammengehörige Daten zusammenfassen, um die Konsistenz der Daten nach der Übernahme zu garantieren“, heißt es in dem SAP Benutzerhandbuch zur „SAP IS-U Migration Workbench“.
Geringes Risiko durch Verwendung des Standards
Die Cronos-Migrateure haben sich daher bei ihrer eigenen seit 2002 stetig weiterentwickelten Lösung namens "DataMIG[GO]" für einen Emigall-basierten Ansatz entschieden. Damit unterstützt die Lösung den Transformations-Ablauf bereits bei der Initiierung des Migrationsvorhabens, bei der Erarbeitung der Vorgaben bis hin zur reinen Umsetzung der Migration und Inbetriebnahme, so Scholz.



