Ein Cyberangriff hat bei den Stadtwerken Detmold die Kommunikation lahmgelegt. (Symbolbild)

Ein Cyberangriff hat bei den Stadtwerken Detmold die Kommunikation lahmgelegt. (Symbolbild)

Bild: © vectorfusionart/AdobeStock

«Es war die einzig richtige Entscheidung, die wir damals gemeinsam treffen konnten», sagte Landrat Andy Grabner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Der Status habe dem Landkreis ermöglicht, weitreichende Entscheidungen selber zu treffen. Gleichzeitig sei dadurch umfassende Hilfe etwa durch das Finanzministerium, externe Dienstleister und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) möglich geworden.

Bevor der Katastrophenfall ausgerufen wurde, sei man lange skeptisch gewesen, sagte Grabner. «Wir haben lange hin und her überlegt.» Sein Vorgänger Uwe Schulze (CDU) hatte am 9. Juli den Katastrophenfall ausgerufen – bundesweit das erste Mal wegen eines Cyberangriffs. Grabner war eigenen Angaben zufolge da schon in alle Entscheidungen eingebunden. Am Montag drauf übernahm er im Katastrophen-Modus.

Katastrophenfall hält noch an

Auch für die Aufhebung des Katastrophen-Modus ist der Landrat zuständig. Wann es so weit sein werde, sei noch nicht absehbar, sagte der CDU-Mann. «Wir sind eigentlich auch nach zwei Wochen immer noch in der Anfangsphase.» Die Forensiker seien noch dabei, die Datenbestände zu kontrollieren, zu scannen und versuchten die Schadsoftware unschädlich zu machen. Gleichzeitig werde weiterhin sukzessive ein Notnetz aufgebaut. Als dritte Komponente werde auch schon an der Struktur des neuen Netzes gebaut.

Am 6. Juli wurde bekannt, dass mehrere Server des Landkreises bei einem Cyberangriff mit sogenannter Ransomware infiziert wurden, bei dem Daten verschlüsselt werden. Die Quelle der Infektion war zunächst unklar. Nach einer Geldzahlung sollten die Daten wieder freigegeben werden, der Landkreis lehnte jedoch eine Lösegeldzahlung ab. Zwischenzeitlich war der Landkreis nur telefonisch und per Fax erreichbar.

Wieder erreichbar per E-Mail

Seit Montag ist der Landkreis dank der Notinfrastruktur auch wieder per E-Mail erreichbar. «Aber die Fachanwendungen beispielsweise laufen nach wie vor nicht», sagte Grabner. Auch die Kfz-Zulassung sei noch nicht möglich. Derzeit werde intensiv an einem Zeitplan zur Wiederaufnahme der Bürgerdienste gearbeitet. Zahlungen wie Sozialleistungen sind nach Angaben des Landkreises auf Basis der Vormonatszahlungen sichergestellt. (dpa/sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper