Mit der Zunahme erneuerbarer Energieträger im deutschen Strommix dürften auch intelligentere Steuerungssysteme nötig werden.

Mit der Zunahme erneuerbarer Energieträger im deutschen Strommix dürften auch intelligentere Steuerungssysteme nötig werden.

Bild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Wie lässt sich die Blockchain-Technologie vor dem Hintergrund der Energiewende bestmöglich im Stromhandel einsetzen? Mit dieser Frage befasst sich jetzt das Forschungsprojekt "Best-Blockchainbasiertes dezentrales Energiemarktdesign und Managementstrukturen" unter Leitung des Reiner-Lemoin-Instituts in Berlin. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Vorhaben ist für drei Jahre ausgelegt.

Mit der neuen Technologie können Transaktionen in Blöcken zusammengefasst und mit einer eindeutigen Signatur versehen werden. Dadurch würde ein dezentrales Kontrollsystem entstehen, das ohne Autoritäten wie Banken und Makler auskommt.

Flexibler auf Schwankungen reagieren

"Für die Energiewende ist Blockchain deswegen interessant, weil sie es ermöglicht, Strom direkt zwischen erzeugenden und verbrauchenden Anlagen zu handeln", erklärt Projektleiter Norman Pieniak.

"Von diesem Peer-to-Peer-Handel profitiert das gesamte Energiesystem, weil es erheblich flexibler auf Schwankungen reagieren kann. So unterstützt Blockchain den dezentralen Ansatz der Energiewende und kann dabei helfen, den Bedarf an kompensierenden Maßnahmen wie Speicher oder Netzausbau zu verringern."

Praxiseinsatz in NRW geplant

Die Projektteilnehmer planen ein Strommarktanbietersystem auf Basis einer Blockchain, das einen lokalen Handel im Sinne der Energiewende unterstützt. So könnten Überschüsse und Engpässe in lokalen Strommärkten automatisiert untereinander ausgeglichen werden.

Das System soll im Laufe des Projekts sowohl virtuell als auch in einer Laborumgebung mit realen technischen Anlagen, Verbrauchern und Erzeugern getestet werden. Am Ende soll ein sechsmonatiger Praxiseinsatz im Versorgungsgebiet des Stromanbieters E-Regio in Nordrhein-Westfalen stehen. Kunden sollen dort das System unter realen Bedingungen testen.

Rechtliche Prüfung durch Hochschule

Parallel soll ein Wissenstransfer mit der Energiewirtschaft unter Federführung der Energieforen Leipzig sowie eine rechtliche Prüfung des Strommarktanbietersystems durch die Hochschule Weserbergland stattfinden. (ab)

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