Jetzt, da Kundenzentren bundesweit Corona-bedingt geschlossen sind, bieten immer mehr Stadtwerke Videochats an. Die Stadtwerke Bochum sind das jüngste Beispiel.
Seit Kurzem können dort Kunden online Termine buchen und dabei bereits das gewünschte Thema der Beratung angeben. Zur Auswahl stehen etwa An- oder Abmeldung eines Haushalts oder Gewerbeobjekts, Tarifberatung oder Fragen zur Rechnung.
Videochat: Keine zusätzliche Software nötig
Die Kunden erhalten einen Link, den sie zum gewählten Zeitpunkt anklicken, um einen Chat zu starten. Das Gute für die Kunden: Wartezeiten gebe es nicht, teilt der Kommunalversorger mit. Auch keine zusätzliche Software oder Registrierung sei erforderlich.
Zuvor schon hatten etwa die Stadtwerke Bad Salzuflen (Nordrhein-Wersfalen) und Schweinfurt (Bayern) verkündet, per Video Beratungstermine anzubieten. Die Schweinfurter setzen zudem auf einen Chatbot, „SWenja“ genannt. Der digitale Assistent beantworter rund um die Uhr Kundenfragen zur Rechnung, zu Produkten und sonstigen typischen Stadtwerke-Themen.
Video-Pionier Thüga Energie
Im Rahmen eines Versuchs mit Trianels Digital Lab bieten seit einiger Zeit auch die Stadtwerke Fulda einen Videochat an. Für Digital-Lab-Leiter Philipp Stephan ist diese Option dabei weit mehr als nur ein Notfallersatz in Corona-Zeiten. „Wenn die Videoberatung etabliert ist, dann müssen Mitarbeiter nicht mehr unbedingt zu den Kunden fahren", erklärte er jüngst der ZfK. „Dann gehen Dienstleistungen wie die Installation einer PV-Dachanlage oder einer Wallbox viel schneller und effizienter.“
Zu den Video-Pionieren zählt außerdem die Thüga Energie. Der Regionalversorger startete zum Beispiel im Sommer 2019 in Gommersheim (Rheinland-Pfalz) einen Video-Service. Er richtete dafür interaktive Serviceräume ein. Wenn ein Kunde den geschützten Raum betrat, wurde die Videoübertragung mittels Lichtschranke gestartet. Und das in einer Zeit also, als Corona-Shutdown und wochenlang geschlossene Kundenzentren noch weit weg zu sein schienen. (ab)
Wie Stadtwerke ihren digitalen Reifegrad messen und verbessern können, lesen Sie in der Januar-Ausgabe der ZfK. Diese erscheint diesen Freitag (15. Januar). Zum Abo geht es hier.



