Die Stadtwerke Baden-Baden haben vom Rat der Stadt den Auftrag erhalten, flächendeckendes Breitbandnetz im Stadtgebiet zu verlegen und für diese flächendeckende Glasfaserinfrastruktur ein System von Dienstleistungen aufzubauen. Die Entscheidung fiel ohne Gegenstimme. Das signalisiert große Zustimmung, aber Zuschüsse werden nicht fließen. Der kommunale Versorger wird die Investitionen vielmehr aus eigenen Mitteln stemmen müssen. Eine konkrete Summe wurde nicht genannt.
Die Verlegung der Glasfaserkabel in Baden-Baden soll Stück für Stück erfolgen, dabei werden zugleich die bereits vorhandenen Netzinseln nach und nach miteinander verbunden. "Wir wollen jedes Haus erreichen", sagt dazu Stadtwerke-Chef Helmut Oehler. Als Zeithorizont für die Verlegung des schnellen Netzes hat er sich 20 Jahre gesetzt, womit seine Stadtwerke zugleich "einen städtebaulich verträglichen Ausbau bewirken" wollen. Die Baden-Badener Stadtwerke werden als Netz- und Serviceprovider im Bereich der Telekommunikation fungieren.
Erst 2034 rechnet sich das schnelle Netz
Technisch wird die Verlegung wie folgt ablaufen: Etwa die Hälfte aller Glasfaserkabel wird eigens verlegt. Die zweite Hälfte der Strecken wird verlegt, wenn die entsprechenden Straßen ohnehin – also aus anderem Anlass – aufgegraben werden müssen. "Dann werden zunächst Leerrohre verlegt, in die später die Kabel eingeblasen werden können", so Oehler. Dieses Vorgehen erscheint vor dem Hintergrund, dass eine Wirtschaftlichkeit des schnellen Netzes erst ab dem Jahr 2034 erwartet werden kann, durchaus logisch.
Das Baden-Badener Glasfasernetz wird damit sozusagen in den steigenden Bandbreitenbedarf der Stadt hineinwachsen. Parallel dazu wirbt der kommunale Versorger aber auch um neue Kunden, zum Beispiel Wohnungsbausgesellschaften und Genossenschaften. Besonders interessiert sind die Stadtwerke dabei am Verkauf von Bündelprodukten: Kunden, die bereits Strom und/oder Gas beziehen, erhalten Rabatte, wenn sie auch Internet- und Telefonleistungen über diese beziehen.
Finanzierung stellt eine Herausforderung dar
Durch den allmählichen Ausbau soll eine langfristige Refinanzierung und die Wirtschaftlichkeit des Baden-Badener Glasfasernetzes sichergestellt werden. Ob die Zahlen noch stimmen, könne zudem, so zitiert der Südwestkurier ein Expertenpapier zum Baden-Badener Netzausbau, jährlich geprüft werden. Die Investitionen könnten gegebenenfalls angepasst werden. So werde das wirtschaftliche Risiko, das die Stadtwerke allein tragen müssen, auf ein Minimum reduziert. (sig)



