Rund 90 Prozent der Antworten der mittlerweile 190 Mitglieder flossen in die Marktanalyse ein.

Rund 90 Prozent der Antworten der mittlerweile 190 Mitglieder flossen in die Marktanalyse ein.

Bild: © Breko

Positive Botschaft und klares Signal: Die mittlerweile mehr als 190 Netzbetreiber des Breko haben 2018 so viel in den Telekommunikationsmarkt investiert wie noch nie: Sie leisteten Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro – und übertrafen die Vorjahresprognose des BREKO mit 2,2 Milliarden Euro damit deutlich.

Das ergibt die Marktanalyse19 des Verbandes, zu der bundesweit alle Netzbetreiber des Breko befragt wurden. Verwendet wurden die Daten von mehr als 90 Prozent aller Befragten.

Plus von sechs Prozent bei den Gesamtinvestitionen
 

Erstmals seit 2015 stemmen alle Wettbewerber der Deutschen Telekom wieder den größten Teil der TK-Investitionen: Sie investierten 2018 insgesamt 4,6 Milliarden Euro. Der Bonner Konzern hingegen kam auf 4,4 Milliarden Euro.
 
Im vergangenen Jahr stiegen die Gesamtinvestitionen in den deutschen Telekommunikations-Markt deutlich an und lagen bei neun Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent.

Positive Erwartungen für die Zukunft

Nach Überwindung der sogenannten „Vectoring-Delle“ erwarten Breko und der Telekommunikationsexperte sowie  Wirtschaftswissenschaftler Prof. Jens Böcker das sich der positive Trend fortschreiben werde. Das gaben beide bei der Pressekonferenz zu den aktuellen Marktdaten bekannt. Dafür werde der – auch von der Nachfrage zunehmend forcierte – zwingend notwendige Infrastrukturwechsel hin zu direkten Glasfaseranschlüssen bis mindestens in die Gebäude für anhaltend hohe Investitionen sorgen.

Fast 70 Prozent der Glasfaseranschlüsse (FTTB/FTTH) geht auf das Konto der Wettbewerber
 
Die Breko-Netzbetreiber haben den Ausbau mit Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude (FTTB) oder bis direkt zum Nutzer (FTTH) auch im vergangenen Jahr maßgeblich vorangetrieben: Sie stellen rund 2,8 Millionen (56 Prozent) der zurzeit etwa fünf Millionen verfügbaren Glasfaseranschlüsse. Dies entspricht fast 70 Prozent aller von den Wettbewerbern des Ex-Monopolisten Deutsche Telekom realisierten Glasfaseranschlüsse.

Insgesamt stellen alle deutschen Wettbewerber  – auch die, die nicht im Verband vertreten sind – derzeit rund 4,1 Millionen reine Glasfaseranschlüsse und und sind damit für 82 Prozent aller direkten Glasfaseranschlüsse bis mindestens in die Gebäude (FTTB/FTTH) verantwortlich. Die Deutsche Telekom kommt hier auf lediglich 18 Prozent).

Rund 80 Prozent eigenwirtschafltich
 
Dabei haben die Carrier des Breko rund 80 Prozent aller Ausbauprojekte eigenwirtschaftlich – also ohne Inanspruchnahme staatlicher Fördergelder – realisiert. Nur etwa 20 Prozent aller Breitbandausbauten werden mit Hilfe von Fördermitteln umgesetzt.
 
Kooperationen nehmen zu
 
Zudem: Kooperationen beim Glasfaserausbau werden immer wichtiger, so ein weiteres Ergebnis der Breko-Marktanalsye. Schon heute werden mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller Ausbauprojekte von Breko-Mitgliedsunternehmen in Kooperation mit einem oder mehreren weiteren Netzbetreibern realisiert. Für die kommenden fünf Jahre planen sogar fast drei Viertel (72 Prozent) aller Breko-Carrier entsprechende Kooperationen beim Ausbau mit zukunftssicherer Glasfaser.
 
„Kooperationen verhindern volkswirtschaftlich unsinnigen Doppelausbau und beschleunigen den flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland“, sagt Telekommunikationsexperte Prof. Böcker. „Dabei erleichtern Open-Access-Plattformen wie die Breko-Handelsplattform die Zusammenarbeit, tragen zur besseren Auslastung vorhandener Glasfasernetze bei und können den Glasfaserausbau auf diese Weise schneller voranbringen“, so sein Urteil.

Kabel-Breitbandanschlüsse stagnieren

Insgesamt steigt die Zahl der verfügbaren, direkten Glasfaseranschlüsse (FTTB/FTTH) in Deutschland seit Jahren stabil an (nun 11,2 Prozent). Demgegenüber haben die deutschen Kabelnetzbetreiber im vergangenen Jahr praktisch keinen neuen Ausbau mehr betrieben: Die Zahl an Haushalten, denen ein Kabel-Breitbandanschluss mit 50 MBit/s oder mehr zur Verfügung steht, stagniert im Vergleich zum Vorjahr (63,9 Prozent). Die Zahl der verfügbaren (V)DSL-Anschlüsse hat im Zuge des Vectoring-Ausbaus insbesondere der Deutschen Telekom deutlich zugelegt (65,8 Prozent).

Bilanz des Breko
 
„Die Marktanalyse belegt: Der nachhaltige, zukunftssichere Ausbau mit echten Glasfaseranschlüssen (FTTB/FTTH) vollzieht sich in erster Linie auf lokaler beziehungsweise regionaler Ebene und wird ganz wesentlich von den Netzbetreibern des Breko vorangetrieben“, fasst Breko-Präsident Norbert Westfal zusammen:

Westfal weiter: „Die Geschäftsmodelle für den eigenwirtschaftlichen Ausbau sind gefunden. Nicht zuletzt hat der Finanzmarkt die Attraktivität des Glasfaserausbaus erkannt und beteiligt sich immer häufiger mit erheblichen Summen an Netzbetreibern. Fördergelder werden nur dort benötigt – und sollten auch nur dort bereitgestellt werden –, wo ein eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau tatsächlich nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Bund und Länder sollten den Markt daher nicht mit Fördergeldern fluten.“

Weiße vor grauen Flecken schließen
 
Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers unterstreicht in diesem Zusammenhang: „Bevor wir nun mit einem weiteren Förderprogramm über die Schließung so genannter ‚grauer Flecken‘, also Gebieten, in denen noch keine gigabitfähigen Netze vorhanden sind, nachdenken, sollten zunächst die ‚weißen Flecken‘ geschlossen werden – erst recht vor dem Hintergrund äußerst knapper Kapazitäten beim Tiefbau. Damit würde auch dem Ziel der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land Rechnung getragen. Geld allein baut keine Glasfasernetze.“

Hohe Bandbreiten mit steigender Nachfrage
 
Die Nachfrage nach (sehr) hohen sowie symmetrischen Bandbreiten steigt nach den aktuellen Zahlen des Verbands insbesondere bei Geschäftskunden weiter massiv an: Bis 2025 wird der durchschnittliche Bedarf hier bei gut 1,3 GBit/s im Down- und 1,1 GBit/s im Upstream liegen. Doch auch bei Privatkunden geht der Trend in puncto Bandbreiten in Richtung Symmetrie: Bis 2025 prognostiziert der Verband eine durchschnittliche Nachfrage von mehr als 500 MBit/s für Down- und gut 220 MBit/s für Uploads.
 
In Zahlen: Die Zahl schneller Anschlüsse mit mindestens 100 MBit/s legte von 2017 auf 2018 um fünf Prozentpunkte (plus 1,9 Mio. Anschlüsse) auf einen Gesamtanteil von 20 Prozent aller Anschlüsse zu. Zeitgleich sank die Zahl der Anschlüsse mit maximal 10 MBit/s (minus 1,2 Mio.) sowie maximal 30 MBit/s (minus 1,7 Mio.) im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Festnetz bleibt Platzhirsch
 
Das im Festnetz übertragene Datenvolumen hat sich von 39 Milliarden Gigabyte (GB)  2017 auf 52 Milliarden GB 2018 erhöht. Pro Anschluss und Monat stieg das Datenvolumen von 98 GB auf 128 GB. Bis 2025 erwartet der Verband eine weitere erhebliche Steigerung der Volumina: Pro Anschluss werden dann durchschnittlich 825 GB pro Monat übertragen.
 
Festnetzbasierte Internetanschlüsse werden auch in Zukunft nicht durch qualitativ deutlich schlechtere Mobilfunkanschlüsse substituiert, so die Schlussfolgerung des Breko. „Das Festnetz in Deutschland ist quicklebendig“, sagt Geschäftsführer  Albers. „Das belegen die aktuellen Zahlen eindeutig: Zum einen ist die Zahl an Festnetzanschlüssen weiterhin steigend (plus 1,8 Mio. in den vergangenen drei Jahren – aktuell: 38,82 Mio. Festnetzanschlüsse), zum anderen nutzen in Deutschland zurzeit nur rund drei Prozent aller Haushalte ausschließlich Mobilfunk für den Internetzugang.“

5G wird Festnetzanschlüsse nicht bremsen
 
„Diese Entwicklung wird sich auch mit der sukzessiven Einführung von 5G in den kommenden Jahren nicht ändern“, ist Prof. Jens Böcker überzeugt. „Vielmehr werden festnetzbasierte Glasfaseranschlüsse eine qualitativ weit überlegene Basis-Infrastruktur darstellen, die von 5G für die mobile Nutzung sinnvoll ergänzt wird. Für leistungsfähiges 5G braucht es aber zwingend eine Glasfaseranbindung aller Mobilfunkantennen, die in den Mobilfunknetzen heute bei weitem noch nicht flächendeckend vorhanden ist“, mahnt Prof. Böcker. (sg)
 

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