"In vielen ländlichen Kommunen in Hessen kommt der Glasfaserausbau nicht wie gewünscht voran", erläutert Martin Heindl, Geschäftsführer der VKU-Landesgruppe Hessen, auf einer Pressekonferenz. Bis 2030 möchte das Bundesland einen flächendeckenden Glasfaserausbau bis in die Wohnungen mitsamt notwendiger Inhouseverkabelung realisiert haben. "Aber Haus- und Wohneigentümer schrecken vor den Investitionen zurück. Zudem sind nicht alle von dem Mehrwert der Technologie überzeugt." Der aktuelle Fiber-to-the-Home (FTTH)-Stand in Hessen: rund 10 Prozent.
Die VKU-Landesgruppe Hessen schlägt deshalb vor, den Ausbau mit einem Landesförderprogramm "Glasfaservoucher" zu beschleunigen. "Mit dem Voucher adressieren wir die Nachfrage und zielen auf eine Verringerung der Wirtschaftlichkeitslücke beim Ausbau", erläutert Stefan Koch, Vorsitzender Arbeitskreis "Telekommunikation" der Landesgruppe. Koch ist zudem bei den Stadtwerken Marburg für den Glasfaserausbau zuständig. "Mit dieser Fördermethode wollen wir die Hauseigentümer animieren, sich von Anfang an, an ein Glasfasernetz anschließen zu lassen. Dadurch wird die Wirtschaftlichkeitslücke für Telekommunikationsunternehmen verringert."
Förderspanne von 500 bis 1500 Euro
Denn diese könnte die Anschlüsse anders planen und anders argumentieren, wenn sie potenzielle Kunden damit in Aussicht hätten, erörtert Koch weiter.: vor allem in der Vorvermarktungsphase. Dabei gehen die Unternehmen auf die Gebäudeeigentümer zu und schließen bereits Verträge für die künftigen Glasfaserprodukte ab. Ab einer bestimmten Quote wird dann das Gebiet ausgebaut.
Wer den Gutschein annimmt, sollte laut VKU-Vorschlag, lediglich zur Inhouse-Verkabelung verpflichtet sein. Die Förderspanne reicht dabei von 500 Euro bis zu 1500 Euro pro Anschluss. Die Summe hängt von der Siedlungsdichte ab: Je geringer die Siedlungsdichte, desto höher die Erschließungskosten und desto höher der Förderbedarf. Häuser, die mehrere Wohnungen umfassen, solle zudem als zusätzlichen Anreiz pro Wohnung 150 Euro mehr erhalten.
Heindl ist optimistisch
Antragsberechtigte sollen Städte und Gemeinden sein. Sie kennen die örtlichen Verhältnisse am besten und könnten die Ressourcen "entsprechend effizient verteilen". Auch könnten Kommunen oder Stadtwerke, wenn es die Finanzen zulassen, einen solchen Voucher einführen, ergänzt der VKU-Landeschef. Der VKU-Vorschlag werde dem Land Hessen präsentiert. Denn dieses müsste primär die entsprechenden Mittel bereitstellen. Heindl zeigt sich zuversichtlich bezüglich der Fördermethode, die bereit im Ausland wie Frankreich und Großbritannien angewandt wird: "In der politischen Debatte in Hessen wurden diese bereits angeschnitten. Wir gehen davon aus, dass sich die Landesregierung durchaus intensiver mit unserem Vorschlag beschäftigen wird." . (gun)



