In Flensburg soll in den kommenden Jahren eine hochmoderne Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen aufgebaut werden.

In Flensburg soll in den kommenden Jahren eine hochmoderne Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen aufgebaut werden.

Bild: © Karsten/AdobeStock

Die Stadtwerke Saarlouis und St. Wendel haben beschlossen, beim Ausbau und der strategischen Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Glasfaser-Infrastruktur zusammenzuarbeiten. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben beide Partner unlängst unterzeichnet. Dieser sieht vor, dass Saarlouis als eines der ersten Stadtwerke an der Saar, die bereits Internet und Service Provider (ISP) sind, St. Wendel zunächst mit Know-how unterstützt. Perspektivisch zielt die Vereinbarung darauf ab, einmal gemeinsam Kräfte zu bündeln und Synergien zu erzielen, um auf Augenhöhe in diesem Zukunftsmarkt organisch zu wachsen.

Der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur sei dabei nicht nur eine Frage der aktuellen Bedürfnisse, sondern in vielerlei Hinsicht längst eine strategische Investition in die Zukunft, heißt es in einer Pressemitteilung aus Saarlouis. Der wachsende Bedarf an Breitband-Internet aufgrund von hochauflösenden Streaming-Diensten oder aufwendigen „Virtual Reality“-Anwendungen (VR), Homeoffice oder dem Internet der Dinge (IoT) in „Smart Homes“ und „Smart Cities“ seien nur einige der Treiber dieser Entwicklung, die nicht mehr aufzuhalten sei. Aber auch Aspekte wie „wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit“, „Bildung und Forschung“ sowie „Zukunftssicherheit“ hängen buchstäblich am Glasfaser-Netz, das im Saarland noch entschieden zu viele „weiße Flecken“ aufweise.

Gemeinsam geht es besser

Für besonders komplexe Aufgabenstellungen wie fundamentale Transformationsprozesse der Versorgungsinfrastruktur seien saarländische Stadt- und Gemeindewerke allein, was ihre Kapazitäten, besonders die Fachkräfte und die finanzielle Ausstattung, betrifft, meist strukturell zu klein, so die Mitteilung weiter. Man sei auch daher geübt darin, eng zusammenzuarbeiten. Kooperationen, bei denen wie mit St. Wendel alle Beteiligten mit ausreichend Fachkräften dezentral an verschiedenen klugen Lösungen arbeiten, würden letzten Endes allen zugutekommen.

„Wir waren mit St. Wendel schon immer im Austausch und da wir dieselbe Strategie beim Glasfaser-Ausbau verfolgen, war es nur selbstverständlich, dass wir auch zusammenarbeiten“, erklärt Ralf Levacher, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis, die aktuelle Konstellation. „Das gibt uns die Möglichkeit, uns gemeinsam weiterzuentwickeln und uns jetzt bestmöglich für die technologischen Anforderungen der Zukunft aufzustellen, zumal sich jeder auf das Know-how des anderen verlassen kann.“

Individuell weiterentwickelte Software

Konkret bringt die Stadtwerke Saarlouis GmbH (SW SLS) in der ersten Phase der Zusammenarbeit mit St. Wendel ihre umfassende Erfahrung in Sachen Betrieb der Glasfaser-Netze sowie eine spezielle, zu diesem Zweck individuell weiterentwickelte Software ein, die alle zugehörigen Bereiche dieser Sparte wie Vertrieb und Marketing, Verwaltung, Organisation und spezifische Rechtsprechung unterstützt.

„Um in den saarländischen Städten und Gemeinden in Anbetracht der enormen Herausforderungen durch die Energiewende weiterhin eine qualitativ hochwertige Infrastruktur bei Strom, Gas, Wasser oder nun im Bereich Glasfaser zu bieten, wollen wir als bürgernahe Anbieter verstärkt zusammenarbeiten“, sagt Thomas Bittel, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke St. Wendel. Nur so werde es gelingen, den Herausforderungen der Zukunft in den Bereichen Energie und Telekommunikation erfolgreich zu begegnen. Man rechne sowohl mit geringeren Kosten als auch weniger baulichen Maßnahmen für den notwendigen Aus- und Aufbau der Netze.

Expertise im Tiefbau

Die Stadtwerke Saarlouis sind seit 2009 mit dem Aufbau eines flächendeckenden eigenen Glasfaser-Netzes für Saarlouis befasst und im Zuge dessen auch zu einem Spezialisten auf dem Tiefbau-Sektor geworden. Als solcher haben sie bei Aushubarbeiten in Verbindung mit dem Gas- oder Wassernetz Glasfaser-Leitungen wo immer möglich gleich mitverlegt. Auch die Stadtwerke St. Wendel verlegen bereits seit über zehn Jahren bei Arbeiten am Strom- und Gasnetz Glasfaser-Leitungen oder Leerrohre für Glasfaser-Kabel mit.

Die Strategie hinter der aktuellen Kooperation zwischen Saarlouis und St. Wendel sieht mittelfristig eine kontinuierliche gemeinsame Weiterentwicklung als Internet und Service Provider vor. In die Zukunft gerichtet und „ohne Denkverbote oder Barrieren im Kopf“, wie in der Mitteilung betont wird. Eine Erweiterung des Produkt-Portfolios sowie weitere Kooperationen dieser Art seien nicht ausgeschlossen. (amo)

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