Aurelius Wosylus, CSO von Sigfox Germany, ist sich sicher, dass Tausende neue Anwendungsfälle durch die Offenlegung der Sigfox-Funkspezifikation entstehen werden.

Aurelius Wosylus, CSO von Sigfox Germany, ist sich sicher, dass Tausende neue Anwendungsfälle durch die Offenlegung der Sigfox-Funkspezifikation entstehen werden.

Bild: © Sigfox

Worin unterscheidet sich Sigfox zu anderen Low Power Wide Area Network(LPWAN)-Technologien?

Aurelius Wosylus Sigfox ist eine LPWAN-Technologie, die bereits in 60 Ländern weltweit verfügbar ist und eine Milliarde Menschen und 90 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts abdeckt. Kein anderes Netz bietet eine solche Netzabdeckung aus einer Hand und dies zudem auch komplett ohne Roamingkosten oder das aufwendige Handling von SIM-Karten.

Es gibt kein anderes Netz, bei dem Standard-Verbindungsmodule für zwei Euro zu haben sind und die kommenden Technologien werden eine Logik ohne Batteriekosten bieten, die nur noch 20 Cent kostet. Es sind zudem bereits weitere Kostensenkungen für die Zukunft angekündigt um selbst Pfandflaschen oder Einwegverpackungen für zwei Cent an das Internet der Dinge anschließen zu können. Kein anderes LPWAN Netz bietet eine solche Perspektive bei den Kosten und beim Energieverbrauch.

Wenn also zwölf Bytes und 140 Nachrichten in Richtung Cloud pro Tag und vier zurück für Inbetriebnahmen, Parametrierungen, Feature-Freischaltungen oder Stellbefehle hinreichend sind, ist Sigfox die kosten- und energieeffizienteste Technologie, die man derzeit einsetzen kann. Gegenüber Technologien, die auf der Infrastruktur der Telefonnetze basieren, bietet Sigfox auch den Vorteil, dass das Netz eigenständig ist. Bei Ausfall von Mobilfunknetzen wird Sigfox deshalb sogar als Backup-Kanal genutzt, um wichtige Zustandsinformationen dennoch übermitteln zu können.

Sigfox ist ein öffentliches Netz, das jedermann nutzen kann, ohne eigene Infrastrukturen und Gateways hosten zu müssen. Das reduziert den Aufwand für die IoT-Anbindung auf die Implementierung der Konnektivität in die Geräte beziehungsweise adaptive smarte Sensorik.

Ist es möglich Sigfox in Kombination mit einem anderne Netz zu betreiben?
Ja. Es gibt sogar schon SIM-Karten, mit denen man auch Sigfox parallel zur Mobilfunknetzanbindung nutzen kann. Das hat den Vorteil, dass Geräte aller Art den Sigfox-Kanal entweder als Standard-Gateway für kleine Nachrichten nutzen können. In solchen Applikationen wird nur bei großen Updates der Mobilfunkkanal geöffnet. Beispielsweise für die Zustandsüberwachung von dezentralen Steuerungen und Smarten Devices aller Art, die zumeist dezentral autonom ihre Arbeit verrichten. Ein zweites Anwendungsfeld dieser komplementär nutzbaren Kanäle ist der Notfallkanal, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn das Breitbandnetz ausfällt. Sigfox liefert also auch Nutzen für permanent an das Breitband angeschossene Geräte.

Das Netz selbst gehört Sigfox. Die Kunden mieten die Dienste. Welche Eigenleistung müssen ihre Kunden erbringen, wenn sie auf Sigfox setzen?
Für die Nutzung und Sicherstellung der Qualitätanforderungen des Netzes muss der Kunde keine Eigenleistung erbringen. Er muss auch keine Gateways installieren. Sigfox stellt das Netz zur IoT-Anbindung von Devices aller Art für jedermann öffentlich zugängig bereit und sorgt für die Verfügbarkeit des Netzes. Aktuell haben wir in Deutschland eine Netzabdeckung von rund 83 Prozent erreicht und in Städten wie Regensburg ist diese Netzabdeckung bereits mindestens dreifach redundant, was höchste QoS, also Quality of Service, auch Indoor ermöglicht.

Das Netz selbst bietet zudem auch Services wie die Geolokalisierung der angebunden Devices oder auch den Support für das Geo-Fencing. Letztlich bietet das Netz auch eine hohe Sicherheit inklusive, denn die Sigfox-Cloud ist wohl eine der sichersten Clouds der Welt, die Tag und Nacht auch von Menschen überwacht wird. Über all diese Dinge muss sich der Anwender also nicht selbst kümmern. Das Netz bringt die Services – anders als bei privaten Netzen oder Netzen, die nur für zum Beispiel ein einzelnes Stadtwerk aufgebaut werden – automatisch mit. Anwender können Devices und Services von aktuell über 500 Unternehmen einkaufen. Für städtische Belange gibt es folglich auch immer mehrere Anbieter, das für das kommunale Beschaffungswesen essentiell ist.

Wollen beispielsweise Energieversorger smarte Sigfox-Meter einsetzen, finden sich hier unter der Selektion Meter für Europa für Utilities insgesamt 26 Lösungen. Wollen Stadtwerke diese einsetzen, wird es Fälle geben, wo neben dem smarten neuen Meter oder der Adaptiven Sensorik für alte Meter noch lokal Repeater aufgestellt werden müssen, weil manche Deep Indoor Applikationen nicht voll abgedeckt werden können. Das ist aber auch schon die einzige Eigenleistung die der Kunde erbringen muss, wenn er das Netz nutzen will.

Das Design des Geschäftsmodells obliegt aber dem Energieversorger. Das können wir ihm nicht abnehmen, wobei einige Zählerhersteller selbstverständlich auch die passenden Apps in Clouds bereitstellen. Das hängt dann vom einzelnen Anbieter ab. Wir unterstützen Stadtwerken gerne bei der Auswahl der passenden Lieferanten und unterstützen sie auch immer dann gerne, wenn sie fragen zur Netzverfügbarkeit haben.

Die Fragen stellte Stephanie Gust

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