Schnelles Internet über Glasfaserleitungen ist selbst in deutschen Großstädten oft nur punktuell ausgebaut. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Mit Wuppertal ist eine der 20 größten deutschen Städte überhaupt nicht versorgt, in 11 Städten liegt die Quote unterhalb von fünf Prozent.
In Essen, Düsseldorf, Duisburg und Bochum beträgt die Glasfaserversorgung nur zwischen einem und vier Prozent. Gute Ausbauzahlen mit bis zu 80 Prozent verzeichnen lediglich Köln, Hamburg und München. Das sei laut Verivox auf jahrelange Ausbauarbeiten der lokalen Netzbetreiber zurückzuführen.
Große Netzbetreiber scheuen Kosten des Glasfaserausbaus
Doch in keiner deutschen Großstadt ist Glasfaser komplett ausgebaut. Stattdessen gibt es gut versorgte Inseln in einzelnen Städten. So liegt etwa in Kornwestheim im Stuttgarter Norden die Glasfaserquote bei 93 Prozent, in Stuttgart selbst aber bei nur zwei Prozent. Quer über das Bundesgebiet verteilt treiben rund 300 kleinere Anbieter den Netzausbau voran – oft Töchter der Energieversorger, die beim Ausbau der Energienetze gleichzeitig Glasfaser legen.
Große Netzanbieter würden hingegen übergangsweise oft in Kabel- und VDSL-Anschlüsse investieren. Der Großteil der Kunden sei zufrieden mit den erreichten Geschwindigkeiten. Zudem seien gerade Investitionen in das 5G-Netz notwendig. Glasfaserausbau würde dann hintangestellt.
Duisburg bei Kabelinternet Schlusslicht
Die Versorgung mit Kabelinternet liegt in vielen Städten bei über 90 Prozent. Am höchsten ist sie in Bonn mit 98 Prozent, am niedrigsten in Duisburg mit 74 Prozent. In allen 20 Städten ist unabhängig von der Technik eine Surfgeschwindigkeit von 1000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download verfügbar.
Die Mehrheit der Gigabit-Anschlüsse wird allerdings über Kabel realisiert und nicht über Glasfaser – herkömmliche DSL-Leitungen sind ohnehin nicht Gigabit-fähig und erreichen maximal 250 Mbit/s. (agr)



