2018 entwickelten sechs regionale Stadtwerke der Thüga-Gruppe in einer Pilotgruppe den digitalen Hausanschluss mit dem SaaS-Cloud-Anbieter Epilot aus Köln. Dieser deckt die digitale Kundenanfrage und das interne Workflow-Management inklusive Einbindung von Dienstleistern ab.
Nun soll der nächste Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft folgen: Die Abrechnungslösung für Hausanschlussprozesse der Thüga SmartService (TSG) ist in Epilot integriert – und damit stünde allen TSG- und Epilot-Kunden ein nahtloser End-to-end-Prozess für den digitalen Hausanschluss zur Verfügung, teilten die beiden Unternehmen mit.
Problem unterschiedliche IT-Landschaften
Versorger und Netzbetreiber haben zumeist stark fragmentierte IT-Landschafen: Sie bestehen aus einzelnen Anwendungen, die jeweils eine spezifische Aufgabe übernehmen. Vor allem ERP-Systeme sind oftmals individuell auf die Unternehmen zugeschnitten. Dies mache eine maßgeschneiderte Integrationen notwendig, was oft komplex, langwierig und entsprechend teuer sei, heißt es in der Pressemitteilung dazu.
Deutlich schneller
Solche Integrationsprojekte können effizienter – nämlich in acht Wochen – und damit deutlich günstiger ablaufen, so das Stadtwerke-Netzwerk. Dies zeigen drei Häuser der Thüga-Gruppe, die bereits den Hausanschlussprozess mit Epilot digitalisiert haben, und sich nun die Integration der TSG-Abrechnungslösung vorgenommen haben: die Stadtwerke Greven GmbH, die Stadtwerke Stade GmbH und die Harz Energie Netz GmbH.
Die automatisierte Datenübertragung sei nun auf Knopfdruck möglich. Zuvor mussten die bei der Hausanschlussbestellung gesammelten Daten manuell aus der Epilot-Cloud in das ERP-System übertragen werden – eine Fehlerquelle mit hohem Zeitaufwand und Kosten, so TSG.
Hohe Einsparungen möglich
Bei projektseitig ermittelten Einsparungen von mindestens 25 € pro Hausanschluss summiere sich die Ersparnis bei 500 Hausanschlüssen im Jahr schon auf mindestens 12.500 €, bei einem großen Netzbetreiber mit 5000 Hausanschlüssen im Jahr sind es schon mindestens 125.000 €.
Olaf Schacht, Geschäftsbereichsleiter Netze und Anlagen der Stadtwerke Stade GmbH, überzeugte das Pilotprojekt: „Vor allem für komplexe Sachverhalte wie die Abrechnung brauchen wir ein automatisiertes Verfahren. Die Verknüpfung zum Abrechnungssystem ist für uns der letzte Baustein, um unseren Kunden einen ganzheitlichen Hausanschlussprozess von der Vermarktung über die Steuerung und Abwicklung bis zur Abrechnung aus einem System anzubieten.“
Weitere Schnittestellen zu Services geplant
Epilot-CEO und -Gründer Michel Nicolai zeigt sich ebenfalls überzeugt von der Pilotgruppe: Einbahnstraßen und Insellösungen müssen aufgelöst, Schnittstellen und Datenaustausch gefördert werden. Wir glauben fest daran, dass in der Softwarelandschaft der Zukunft alle ‚Best in Class‘-Lösungen miteinander verbunden sind, um individuelle Anforderungen bestmöglich lösen zu können.“ Künftig sollen Energieversorger und Netzbetreiber im Epilot App-Store auch Schnittstellen zu weiteren Services unkompliziert dazubuchen können. (sg)



