Der Energiekonzern EnBW will seine Fähigkeiten zum Schutz von empfindlicher und zugleich besonders wichtiger Infrastruktur künftig auch außerhalb der Energiebranche einsetzen. Schwerpunkte seien etwa Telefonnetze, Verkehrswege oder Sicherheit im öffentlichen Raum, sagte Vorstandschef Frank Mastiaux der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Überlegungen zur Entwicklung des Unternehmens über 2020 hinaus konzentriere man sich auf das, was man besonders gut könne: "Unsere Fähigkeit und Stärke ist, komplexe und systemkritische Infrastruktur zuverlässig zu betreiben, im Sinne von Sicherheit und Verfügbarkeit, auch über das Thema Energie hinaus."
Als Beispiele für eigene Entwicklungen nannte der Unternehmenschef ein Sensoriksystem für öffentliche Plätze, mit dem anhand von Körperbewegungen Gefahren erkannt werden können – ohne dass einzelne Menschen identifizierbar sind. Straßenmeistereien könnten ihre Fahrzeuge künftig mit einem Smartphone ausrüsten, das den Straßenbelag scannt und Veränderungen analysiert. "Dann kann frühzeitig geplant und repariert werden." Das spare Kosten. "In der Summe und auf längere Sicht sollen diese Themen einen substanziellen Beitrag zum Geschäft bringen", sagte Mastiaux.
Wichtig sei, Cyberangriffe abwehren zu können
Der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag) nannte Mastiaux auch die Entwicklung von intelligenten Stadtteilen als Vorhaben. Auf dem EnBW-Areal im Stuttgarter Stadtteil Stöckach könnten mindestens 600 Wohnungen mit hohen Ansprüchen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit entstehen. Neben der Bereitstellung eines Mobilfunk- und Breitbandnetzes solle das Projekt "Begegnungsmöglichkeiten, Nahversorgung, Mobilitätskonzepte, neue Serviceleistungen und vieles mehr" enthalten.
Entscheidend für EnBW sei auch die Fähigkeit, Cyberangriffe auf kritische Systeme abzuwehren. "Das ist für uns ein absolutes Top-Thema." Im vergangenen Jahr habe man die Ressourcen in diesem Bereich verdoppelt. "Bei uns ist bisher noch kein gravierender Zugriff auf ein kritisches System passiert", sagte Mastiaux. Man müsse sich aber ständig wieder neu aufstellen. Die kritischen Systeme seien an den entscheidenden Stellen geschlossen. In einem Kraftwerk gebe es keine Internetverbindung nach außen. "Ich sage nicht, alles ist absolut sicher. Aber wir tun alles nach bestem Wissen und Gewissen, um uns so gut wie möglich abzusichern." (dpa/al)



