Bis zu 5,7 Mio. neue Arbeitsplätze können bis 2030 durch starke Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Europe's new dawn – Reinventing industry for future competitiveness" des Beratungsunternehmens Accenture. Die Ergebnisse legen dar, dass Europa vor der Pandemie hinsichtlich Wachstum und Marktanteilen mit anderen Regionen der Welt mithalten konnte. Heute zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Europäische Unternehmen rechnen deutlich mehr Zeit ein, um sich von der Pandemie zu erholen als ihre Gegenüber im asiatisch-pazifischen Raum und in Nordamerika, teilt das Unternehmen mit.
Sie gehen von mindestens sechs Monaten mehr aus. Gleichwohl halten die Autoren der Studie fest, dass Europa aufgrund seiner Stärke in Schlüsselindustrien gut positioniert ist, um zukünftige Wachstumschancen zu nutzen. Diese Stärke, kombiniert mit Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit, könnte die Beschäftigungssituation verbessern und bis zum Jahr 2030 bis zu 5,7 Mio. Arbeitsplätze in zahlreichen Branchen schaffen.
So müsste Europa vorgehen
Um das zu bewerkstelligen, muss Europa seine globale Führungsposition in den Branchen Automobil, Konsumgüter und Dienstleistungen, Versorgung und Chemie ausbauen. Doch die Unternehmen müssen weiter in Innovationen investieren und sowohl ihre digitale als auch ihre nachhaltige Transformation beschleunigen. Die verstärkten Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit bezeichnet die Studie als "Zwillingstransformation".
Damit die europäischen Industrien ihre Position halten oder als Weltmarktführer hervorgehen können, müssen sie in bestimmte Technologien und wachstumsstarke Bereiche investieren: Die Befragten gaben an, dass sich die Investitionen in Technologien auf Künstliche Intelligenz (eur.: 66 Prozent. dt.: 65 Prozent), 5G und 6G (eur.: 58 Prozent, dt.: 64 Prozent), Cloud (eur.: 52 Prozent, dt.: 50 Prozent) sowie Batterien der nächsten Generation (eur.: 34 Prozent, dt.: 33 Prozent) konzentrieren sollten. Bei der Frage nach wachstumsstarken Bereichen nannten 55 Prozent der befragten europäischen Führungskräfte „Smart Manufacturing“ (dt.: 62 Prozent), gefolgt von 50 Prozent für „Digital Health“ (dt.: 41 Prozent), 46 Prozent für „Smart Mobility“ (dt.: 46 Prozent) und 33 Prozent für „Energy Transition“ (dt.: 35 Prozent).
So investieren europäische Unternehmen
Laut Studie beabsichtigen neun von zehn europäischen Unternehmen (88 Prozent), ihre Investitionen in die digitale Transformation (dt.: 94 Prozent) und Nachhaltigkeitspraktiken (dt.: 90 Prozent) noch in diesem Jahr zu erhöhen. 2020 waren es lediglich 58 Prozent (dt.: 54 Prozent), die mehr investierten. Zudem legen europäische bzw. deutsche Unternehmen großen Wert auf die Weiterbildung ihrer Belegschaft: Mehr als drei Viertel (86 Prozent) der Unternehmen in Europa bzw. Deutschland planen, in den nächsten drei Jahren bis zu 25 Prozent ihrer Mitarbeitenden umzuschulen bzw. weiterzubilden. Damit wollen sie ihren steigenden Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden decken. Insgesamt könnten etwa sieben Millionen Arbeitnehmende in Europa von Initiativen zur Weiterbildung und Umschulung profitieren. (gun)



